Teil eines Werkes 
9. bis 14. Bändchen (1856)
Entstehung
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das Unglück über das Reich hereinbrechen zu laſſen. In einem ſolchen Fall iſt jeder Abgeordnete vielmehr verpflichtet, die Grundgeſetze und die Freiheit des Reichs bis auf den letzten Blutstropfen zu verthei⸗ digen, denn dazu ſind ſie berufen, dazu haben ſie ihre Vollmacht erhalten.“

„Gut geſchrieben,“ fiel Ehrenpreutz ein;„eine Erinnerung, die vollkommen an ihrem Platz iſt, da⸗ mit das Ritterhaus nicht auch jetzt leer ſtehen bleibt, wenn die Frage vorkommt. Zuſammenhalt verleiht Macht.“

„Ich bin überzeugt,“ las Creutz weiter,„daß, wenn einige muthige, handfeſte und von wahrem Eifer für die Freiheit ihres Vaterlandes erfüllte Männer ſich mit aller Kraft an die Spitze gewagt hätten, die Sache nicht ſo leicht gegangen wäre.“

„Solche Männer finden ſich jetzt,“ bemerkte Creutz. „Aber jedenfalls gibt es einen Kampf im Ritterhaus.“

„Fahr' fort, Creutz, fahr' fort.“

„Das Menſchenleben,“ las der junge Graf,„wird in ſolchen Fällen hoch angeſchlagen, und Menſchen⸗ blut macht einen großen Eindruck auf den Menſchen; hätten alſo einige Wohlgeſinnte damals ihr Leben einſetzen müſſen, ſo wäre jedenfalls ſogleich ein großer Schrecken unter die Ruheſtörer gefahren. Die⸗ ſes unſchuldige Blut hätte zu dem Gott des Frie⸗ dens laut um Rache geſchrieen; das Reich hätte um Rache geſchrieen, und kein Unterthan hätte es unter⸗ laſſen können, das Blut ſeiner unſchuldigen und muthigen Mitbrüder und Bevollmächtigten zu rächen. Der König ſelbſt hätte unfehlbar ein ſolches Blut⸗

bad fürchten müſſen. Man erzählt als gewiß, König

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