Teil eines Werkes 
9. bis 14. Bändchen (1856)
Entstehung
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als es, in einem Augenblick, wo er es am wenigſten ahnte, mit denſelben bleichen Geſichtszügen und der⸗ ſelben unerſchütterlichen Charakterfeſtigkeit, in dem Sohn, dem jungen Puke, von Neuem vor ſeine Augen trat und in den Gang der Ereigniſſe eingriff. Aber wenn er ſich auch in Bezug auf gerichtliche Unterſuchungen vollkommen beruhigt hatte, ſo übte doch die Erinnerung noch ihre unwiderſtehliche Ge⸗ walt über ihn: die Erinnerung an einen Freund, der um ſeinetwillen nicht blos alle Folterqualen überſtanden hatte, ſondern in deſſen feſtem Muth er auch fortwährend ein Spiegelbild ſeines eigenen unmännlichen, um nicht zu ſagen feigen Benehmens oder, was noch ſchlimmer wäre, ſeines Verraths erblickte. Das Gewiſſen ſpricht immer lauter, je näher man dem Grabesrande rückt; aber wenn nicht gleichwohl die Eitelkeit obſiegt, und wenn man nicht Kraft genug beſitzt, die Wahrheit des Gewiſſens in ihrem ganzen Umfang zu erkennen, ſo wird man, beim Kampf zwiſchen ihm und ſeiner Schwachheit, ſich im Urtheil über Recht und Unrecht beſtändig verwirren und ſtets von der Furcht vor den düſtern Wahnbildern ſeiner eigenen Phantaſie herumgehetzt werden. Es handelt ſich nicht von einem tieferen moraliſchen Verfall: das Gewöhnliche, die Welt, das Fleiſch, die Eitelkeit iſt es, was ſich in deinem in⸗ nern Leben gegen das beſſere Wiſſen deiner Seele ſperrt: es iſt die Erbſünde unſers Weſens, die Schuld⸗ barkeit unſerer ſchwachen Natur, die vom Daſein einer göttlichen Wahrheit in uns geſtraft, unaufhör⸗ lich geſtraft wird.

So denken wir uns Ehrenpreutz.