Teil eines Werkes 
9. bis 14. Bändchen (1856)
Entstehung
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Farben verſchwunden. Die Oeffentlichkeit bringt das mit ſich; was in der Dämmerung und Dunkelheit drohend und ſchrecklich ausſieht, verwandelt ſich bei Licht in eine gewöhnliche Sache; in Nacht und Dun⸗ kel hat die aufgeſcheuchte Einbildungskraft aller Zei⸗ ten ſchreckliche Spuckgeſtalten und Geſpenſter geſchaf⸗ fen. Bei Tag und Sonnenſchein fällt es keinem Menſchen ein, ſich mit dergleichen Dingen abzuquälen. So düſter die Erinnerungen des alten Reichsraths auch ſein mochten, ſo enthielten ſie doch jedenfalls kein Verbrechen in der gewöhnlichen Bedeutung des Worts. Aus dem, was wir wiſſen, können wir den Schluß ziehen, daß er in eine weitverzweigte politi⸗ ſche Verſchwörung verwickelt geweſen war, und die Politik hat doch— was ſie freilich nicht haben ſollte— ihre eigenen Moralgeſetze. Es iſt wahrſcheinlich, daß dieſe Verſchwörung, wenn ſie geglückt wäre, dem Vaterland ein ganz anderes Ausſehen gegeben hätte; aber gewiß iſt, daß durch ihre Entdeckung alle Mit⸗ glieder der Gefahr ausgeſetzt wurden, der Strafge⸗ walt der beſtehenden Regierung als blutige Opfer zu verfallen. Ob nun Chrenpreutz tiefer als An⸗ dere in das heimlich geſponnene Netz der Verſchwö⸗ rung verwickelt war, ob ſeine Stellung im Staat die Gefahr für ihn größer machte, ob er vielleicht charak⸗ terſchwächer oder ängſtlicher war; genug, er ſcheint ſich mehr geängſtigt zu haben als die Uebrigen, und eben deßhalb erſchien ihm vielleicht auch Puke's auf⸗ opfernder Heldenmuth, ganz abgeſehen von ihren übrigen Privatverhältniſſen, noch in ſeinen ſpäteſten Jahren als ein drohendes und düſteres Geſpenſt aus der Nacht vergangener Zeiten, um ſo ſchrecklicher,

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