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und veines Plätzchen, wo ihr Herz einige Befriedi⸗ gung und Ruhe finden könnte. Der Gedanke an den unbefleckten Ruf einer Mutter, die höchſte Wonne ihrer Gefühle, hatte ſie ſo oft, gleich der Felſenſpitze von Teneriffa, wenn auch von Wolken umhüllt, bis
in den Himmel emporgetragen; jetzt lag das ſchöne
Bild zerſtört, es war zu Schutt und Staub gewor⸗ den in ihrem Herzen. Alles war jetzt verloren, und nur Gram und Haß blieben übrig.
Alma's heftige Aufregung war nicht der einzige Grund, der die Königin vom Weitergehen abhielt; man ſprach wieder im Zimmer von ihnen, und ſie blieb wie feſtgenagelt auf dem Platze ſtehen, damit kein Wort ihr entgehen möchte.
„Wer,“ fuhr die Stimme fort,„liebt nicht das Vaterland? Ich habe weder Vater noch Mutter, aber um ſo inniger fühle ich, daß das Vaterland für mich Vater und Mutter iſt. Es bleibt mir nichts Anderes. Die Freiheit— dieſe Freiheit, die ein Thron mit Füßen tritt, ſoll hinfort mein Bräutigam werden. Seit ich recht deutlich eingeſehen habe, wie arm und ſchutzlos ich bin— ohne Angehörige, ohne Liebe, ohne Hoffnungen— will ich meine ganze Seele einer einzigen großen Idee widmen, der Freiheit: die Freiheit macht mich den Höchſten gleich; die Frei⸗ heit adelt die ganze Welt. So finſter es in dieſem Zimmer iſt, ſo ſehe ich doch Ihre Augen blitzen. Ha, es blitzt auch in meinem Herzen. Ich habe das Mittel genannt, um die Wahrheit herauszupreſſen. Die Welt und das Leben ſind voll von Lügen; aber der Tod und die Folter bringen die Wahrheit zu Tage.“


