Teil eines Werkes 
9. bis 14. Bändchen (1856)
Entstehung
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aber jetzt waren alle dieſe Phantaſien verſchwunden; nur das Verbrechen, das nackte, wirkliche Verbrechen war ihr Vater und ihre Mutter. Dazu kam jetzt auch noch die Eiferſucht, die auf ihr ganzes inneres Leben einen nicht minder breiten Schatten warf. So ſehr ſie auch Puke zu haſſen meinte, ſo weilten ihre Gedanken doch beſtändig bei ihm; Tag und Nacht ſah ſie ſein Bild, bald von funkelnden Sternen um⸗ ſtrahlt, bald von einem hervorbrechenden Blitz be⸗ leuchtet, in die Wolken gezeichnet. Da ſie Röhrs Neigung zu Alma kannte und überzeugt war, daß Creutz ſeine Schweſter vom Hof wegbringen würde, ſo hatte ſie gehofft, dieſe Verbindung könnte noch zu Stande kommen und müßte dann Alma und Puke für immer trennen. Es war dies ein Strohhalm, aus welchem ſie ſich bei ihrem Schiffbruch noch ein rettendes Boot machte. Röhrs Auftreten bei Hof hatte ſie zwar in Staunen verſetzt, und ſie hatte auch gleich Anfangs geahnt, daß Etwas dahinter ſtecken müſſe; aber vergebens hatte ſie Clara darüber ge⸗ fragt und ebenſo vergebens Alma auf's Genaueſte beobachtet; glücklicher Weiſe wußte keine von Beiden von der Intrigue, die um ſie her geſpielt wurde, und Amanda blieb in der tiefſten Unkenntniß, bis Röhrs Verlobung mit Fräulein C. bekannt gemacht wurde. Aber damit verſank auf einmal der Hoff⸗ nungskahn, worin ſie die letzten Splitter ihrer Liebe gewiegt hatte. Die betrogene Phantaſie wird leicht ein düſteres Geſpenſt, das ſeine eigene Welt von Licht und Pracht mit Füßen tritt und verheert. Ihr däuchte jetzt, als gebe es keinen Lichtpunkt mehr in der Welt, woran ihre Seele feſthalten, kein helles Ridderſtad, Luiſe Ulriken's Hof. III. 19