Teil eines Werkes 
9. bis 14. Bändchen (1856)
Entstehung
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ging, Zimmer um Zimmer, ganz denſelben Weg, wie

Chrenpreutz, Creutz und Alma. Je weiter ſie kam,

um ſo ſtiller und dunkler wurde es. Ihre Wande⸗ rung durch die leeren, großen, immer finſterer wer⸗

denden Zimmer kam ihr mitunter beinahe etwas un⸗

heimlich vor. Aber zuletzt hörte alle Beleuchtung auf, und bald war ſie von wirklicher Dunkelheit um⸗ geben. Sie blieb ſtehen, ſie ſchaute ſich um, ſie lauſchte. Plötzlich hörte ſie in weiter Ferne eine Be⸗ wegung und verdoppelte ihre Auſmerkſamkeit.

„Iſt Jemand hier?“ fragte ſie.„Man antworte mir. Die Königin fragt. Iſt Jemand hier?“

„Die Königin!“ wiederholte eine leiſe Stimme in der Ferne. 5

Der Ton kam ihr ganz deutlich zu Ohren, ob⸗ ſchon er nur geflüſtert wurde. Darauf hörte ſie das Rauſchen eines ſeidenen Kleides und ſchleichende, aber eilige Tritte, die ſich ihr näherten.

„Ew. Majeſtät,“ ſagte in dieſem Augenblick die herankommende Perſon,„um Gottes willen, bleiben Sie ſtehen. Sie dürfen nicht weiter gehen.“

Die Königin erkannte ſogleich Alma, und ihre Bruſt hob ſich leichter.

„Was machſt Du hier, Alma? Warum ſagſt Du, ich dürfe nicht weiter gehen? Was gibt es?“

„Sprechen Sie leiſer, Ew. Majeſtät... ich bitte Sie... leiſe... man könnte Sie hören.“

„Wer? Was ſoll das heißen?“

Die Königin, die ſo eben erſt blos der leeren Zimmer wegen eine kleine Furcht ausgeſtanden hatte, gewann ihren Muth wieder, als ſie ſich jetzt vor⸗ ſtellte, daß eine Gefahr drohe.