Teil eines Werkes 
9. bis 14. Bändchen (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

37

„Mein Gott,“ unterbrach ihn die Königin,„wie wird mir ſo übel... ich glaube...“

„Sie ſind unwohl! Barmherziger Gott... rufen Sie einen Arzt, Höppener... einen Arzt.. Waſſer... Waſſer... Waſſer!“

„Laſſen Sie's gut ſein,“ bat die Königin,„un⸗ terſchreiben Sie nur.“

„Ew. Majeſtät,“ begann Höppener wieder,„es iſt wahr, auch ich habe eine Zeit lang bezweifelt, daß dieſe Schrift zum Ziel führen werde, und ich geſtehe, daß ich radikalere Maßregeln vorgezogen hätte. Aber dieſe Schrift hat gleichwohl den großen Vorzug, daß ſie vollſtändig im Gebiete der Geſetz⸗ lichkeit bleibt. Genau genommen, iſt auch jeder Mo⸗ narch hierin immer am ſtärkſten. Sind die Stände mit Ihren Bemerkungen einverſtanden, ſo iſt viel gewonnen. Sie haben den Senat vor den Geſetzen, vor der Nation, vor Ihnen ſelbſt gedemüthigt. Ver⸗ werfen dagegen die Stände die vorliegende Schrift, ſo bleiben Ew. Majeſtät blos in Ihrer bisherigen Stellung, und jeder wahre Patriot wird mit Ehr⸗ furcht und Hingebung auf die Seite eines Monar⸗ chen übergehen, der es gewagt hat, ganz allein zum Schutz der Geſetze aufzutreten.“

„Sie ſagten, Höppener,“ wandte der König ein, „daß Sie lieber einen andern Weg betreten hätten; laſſen Sie mich hören, welchen Sie meinen.“

„Den der Revolution, Ew. Majeſtät.“

Der König ſprang erſchrocken auf.

„Ich glaube, daß ich ſterbe,“ klagte die Königin, „meine Pulſe ſtocken... mein Athem hört auf...“