räthe Ihre Hofmeiſter ſeien oder Ihre Rathgeber. „Meine Herrn Räthe,“ fügten Sie hinzu,„wenn Sie den König vorſtellen wollen, ſo will ich im Lande umherreiſen und warten, bis meine Zeit zum Regie⸗ ren kommt.“ So lautete ja doch Ihre Antwort?“
„Ganz richtig, meine Theuerſte, aber ich war aufgebracht, ich war mißvergnügt; jetzt dagegen...“
„Jetzt dagegen,“ unterbrach ihn die Königin, „jetzt, da die Stände zuſammengetreten ſind, gedenken Sie Ihre Worte zurückzunehmen?“
„Das juſt nicht, aber jedenfalls.. 8
„Sehen Sie, Ew. Majeſtät, ich war vollkommen überzeugt, daß Sie von den mannhaften Worten, welche Ihnen der gerechte Zorn diktirte, keinen Dau⸗ menbreit zurückweichen würden. Ich habe deßhalb auch eine Schrift verfaſſen laſſen, die Ihre Verhält⸗ niſſe zu den Räthen mit vollſtändiger Klarheit aus⸗ einanderſetzt.“
Die Königin erhob ſich und ging nach einer in⸗ nern Thüre zu, die in ihr Arbeitskabinet führte.
„Kommen Sie herein, mein Herr,“ befahl ſie.
Eine kräftige, obwohl nicht hohe Geſtalt zeigte ſich in dieſem Augenblick unter der Thüre. Geiſt leuchtete aus den Augen dieſes Mannes, Ernſt und Entſchloſſenheit ſtanden auf ſeiner breiten Stirne ge⸗ ſchrieben.
Bei ſeinem Anblick ſtand der König ungeduldig auf.
Der Mann war kein anderer als Höppener. Aber das große und gediegene Talent hat auch ſeine Ma⸗ jeſtät, und dieſe iſt oft gebietender, als die Majeſtät
des Thrones.


