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„Fräulein Creutz,“ ſagte die Königin,„hat mir das ganze Geheimniß ihres Herzens anvertraut, und ſeien Sie überzeugt, daß Sie beide eine aufrichtige Freundin in mir beſitzen. Ich verlaſſe Sie jetzt und komme in einer Viertelſtunde zurück... flü⸗ ſtern Sie jetzt von Liebe und Treue, von Seligkeit und Hoffnung.“
Als die Königin ſie verließ, ſanken Puke und Alma einander an die Bruſt.
Wie glücklich waren ſie nicht! Die Zeit, die jetzt verfloß, war ein ſchöner Traum, geträumt unter den ſchützenden Fittigen des reinſten Engels. Vor Alma's freundlichen Worten und Blicken verſchwanden, ohne daß Puke nur daran dachte, all die düſtern Schatten, die ſich vorher aus dem Grab ſeines eigenen Vaters von allen Seiten her erhoben hatten. Das Leben war wieder voll von Sonnenlicht, von Luſt und Se⸗ ligkeit. Kein Himmel iſt ſchöner als der Himmel der Hoffnung in zwei liebenden Herzen: denn dieß iſt der Morgenhimmel der Liebe.
Als die Viertelſtunde vorüber war, trat die Kö⸗ nigin ein.
„Jetzt müſſen Sie abreiſen, Capitän,“ ſagte ſie. „Bedenken Sie, daß Niemand um Ihren Beſuch dahier wiſſen darf. Und jetzt reiſen Sie in Frieden.“
Die Königin wandte ſich ab, damit Puke noch einmal Alma an ſeine Bruſt drücken konnte.
Als Alma verſchämt und erröthend enteilte, winkte die Königin auch Puke, ſich zu entfernen.
Ein einziger Gedanke hatte ſchwer auf Puke ge⸗ legen, der Gedanke an Amanda.
Er hatte die Königin vor ihr warnen wollen,


