Teil eines Werkes 
5. bis 8. Bändchen (1856)
Entstehung
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Veranlaſſung zum Zweifel zu geben, rathe auch ich zur Abreiſe; aber, Capitän, Sie ſollen uns nicht, wie Ihre Abſicht war, auf immer verlaſſen nein nein ſondern Sie ſollen nur die Gelegenheit benützen, die allgemeine Aufmerkſamkeit von ſich abzulenken, und Sie ſollen erſt dann wieder hier auftreten, wenn Ihre Anweſenheit nothwendiger ſein kann, als jetzt. Wollen Sie einen wichtigen Auftrag von mir übernehmen?

Puke verbeugte ſich.

Ich verlaſſe mich auf Sie, Capitän. Ich habe hier einen Brief an meinen hohen Bruder, den König von Preußen. Mit dieſem Brief lege ich mein Leben, meine Ehre und meine königliche Würde in Ihre Hände. Verſprechen Sie mir bei Allem, was Ihnen theuer und werth iſt, daß Sie ihn in keine fremden Hände fallen laſſen werden?

Ich verſpreche es, Ew. Majeſtät.

Dieſen Brief müſſen Sie meinem Bruder, dem König, perſönlich übergeben. Wenn Sie nach Ber⸗ lin kommen, ſo ſuchen Sie ſeinen Vorleſer, den Marquis d'Argens, auf; er wird Ihnen Audienz verſchaffen. Sie verſtehen mich doch?

Vollkommen, Ew. Majeſtät, vollkommen.

Der Marquis wird Ihnen ſodann mittheilen, was Sie weiter zu thun haben.

Als die Königin ihm den Brief übergab, fügte ſie noch hinzu:

Bedenken Sie wohl, daß ich Ihrer Redlichkeit das Wohl und Wehe Ihres Königs und Ihrer Kö⸗ nigin anvertraue.