Teil eines Werkes 
5. bis 8. Bändchen (1856)
Entstehung
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208 Hab' Deinen Freund vor Augen, klagte er, und halte ihm Treue: aber wenn Du ſein Geheim⸗ niß offenbarſt, ſo bekommſt Du ihn nicht wieder.

Wer ſeinen Freund verliert, der hat davon ſo viel Herzeleid, wie derjenige, dem ſein Feind entkommt.

Eine Stunde ſpäter langte Puke in Drottning⸗ holm an. Es war ſchon vollkommen dunkel, und Silfverhjelm begleitete ihn ſogleich auf's Schloß und in die Bibliothek.

Auf einem mit grünem Tuch überzogenen Tiſch ſtanden zwei Armleuchter mit brennenden Wachsker⸗ zen; aber nichtsdeſtoweniger war das große Zimmer ganz dunkel. Puke ſah ſich genau um und fand, daß er allein war. Inzwiſchen währte es blos einige Minuten, ſo ging eine innere Thüre auf, und eine Dame trat heraus.

Es war die Königin.

Puke hatte Silſverhjelm unterwegs gefragt, ob die Königin krank ſei oder nicht, aber er hatte blos zweideutige Antworten erhalten.

Als er ſie jetzt herankommen ſah, vermuthete er, daß ihre Krankheit blos vorgeſchützt ſei, ja noch mehr, er glaubte an ihrem Gang auch die verſchleierte Dame wieder zu erkennen, die er im Schloß zu Stockholm getroffen hatte.

Amandas Angabe, dachte er,muß alſo doch richtig ſein.

Aber die Königin ſtand in dieſem Augenblick vor ihm, und ſo ließ er ſeine eigenen Gedanken bei Seite.

Capitän Puke, ſagte ſie,ich habe Ihnen viel