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Die Piſtolen wurden wieder geladen und ver⸗ theilt.
Als Creutz das ſeinige empfangen hatte, ſchien er ſich eine kurze Weile zu bedenken. Was er dachte oder empfand, konnte man in ſeinem ſonſt offenen Geſichte nicht mehr leſen. Gleich der Piſtolenmün⸗ dung war auch ſein Blick noch gegen die Erde geſenkt. Aber jetzt hob ſich ſeine Hand, er neigte ſeinen Kopf vorwärts, ſeine Augen ſchienen beinahe aus ihren Höhlen hervordringen zu wollen. Schon war die Mündung in der Linie... ſein Arm war feſt wie von Eiſen... keine Bewegung... kein Zucken... der Tod war gegeben... aber im Moment, wo er den Schuß abdrücken ſollte, öffnete er ſeine Hand, und das Piſtol fiel auf die Erde.
„Laſſen Sie uns aufhören,“ ſagte er, und wandte ſich damit von Puke ab.
Der Ton des Grafen war abſtoßend und hart. Das Duell war ohne alle Folgen geblieben; es hatte die Feindſeligkeit zwiſchen Beiden eher vergrößert als vermindert. Puke beantwortete auch ſeinen Vorſchlag blos damit, daß er dem alten Jonas ſein Piſtol übergab, worauf dieſer es abwiſchte und in die Scha⸗ tulle legte.
„Zum Henker,“ ſagte Wallenſtjerna,„obſchon Ihr Euch duellirt habt, ſo glaube ich doch, daß Ihr noch Groll gegen einander heget. Da wäre es beſſer geweſen, Ihr hättet einander die Adern geöffnet und das böſe Blut abgezapft. Man muß entweder ſter⸗ ben oder ſich verſöhnen... das iſt nicht mehr als billig, wenn man ſich ſo viele Mühe macht, wie wir gethan haben. Reichet einander jetzt offen und ehr⸗


