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Puke ſtand noch ſo unbeweglich da wie vorher. Die Kugel war ihm durch den Hut gefahren.
Mit Verachtung ſchleuderte Creutz ſein Piſtol weit von ſich.
Der Schuß war jetzt an Puke.
„Leben und Blut!“ murmelte er vor ſich hin, indem er an ſein Verſprechen dachte, das er Alma gegeben, und auch nicht vergaß, daß es ihr Bruder und ſein eigener Jugendfreund war, der vor ihm ſtand.
Er betrachtete ſeinen Gegner mit einem ſchnellen Blick; dieſer einzige Blick war nicht ohne Spott.
„Leben und Blut!“ wiederholte er dann laut, „ſo haben Sie ja doch verlangt, Herr Graf?“
„Ja, und es bleibt dabei.“
Puke führte ſein Piſtol ebenſo ſicher wie ſeinen Degen⸗
Ein bitteres, beinahe verachtungsvolles Lächeln ſchwebte indeß jetzt über ſeinen blaſſen Zügen.
Langſam hob auch er ſein Piſtol. Auch Creutz ſah einen einzigen Augenblick in die düſtere Mün⸗ dung deſſelben, und dieſes kohlſchwarze Auge, aus welchem der Tod ihn anſchaute; aber es war nur ein Augenblick. So langſam wie bisher hob Puke die Piſtolenmündung immer höher und höher. zuletzt bis über ſeinen Kopf hinaus... und der Schuß brannte ab.
Creutz zollte ihm dafür weder Achtung noch Dank⸗ barkeit, ſondern er war ergrimmt.
„Capitän,“ rief er,„Sie vergeſſen unſere Ueber⸗ einkunft. Durch einen unter uns gar zu unpaſſen⸗ den Edelmuth wollen Sie der Fortſetzung des Duells


