Teil eines Werkes 
5. bis 8. Bändchen (1856)
Entstehung
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der gegenſeitigen und gleichen Freiheit der Bethei⸗ ligten. Ich nehme den Vorſchlag des Grafen an; Blut und Leben!

Wir ſind alſo einverſtanden?

Puke nickte bejahend.

Creutz hatte den erſten Schuß.

Beiden merkte man den ſchrecklichen Eindruck des Augenblicks an. Aber ſie waren ruhig, und Keiner ſchien Etwas zu fürchten. In ihren Bewegungen zeigte ſich jedoch eine gewiſſe mechaniſche Pünktlichkeit, die in der Regel nicht vorhanden iſt, wenn man ſich nicht irgendwie beengt fühlt.

Ein Duell auf Degen iſt eine Sache der Ge⸗ ſchicklichkeit und Kunſtfertigkeit: es geſtattet uns Aus⸗ wege, Möglichkeiten, Hülfsmittel; es berechtigt uns, mit dem Tode zu kämpfen. Ein Piſtolenduell dage⸗ gen iſt die Sache eines Schlags, den unſre ganze Geſchicklichkeit nicht abzuwenden vermag. Wir hän⸗ gen ausſchließlich von unſerem Gegner oder vom Zu⸗ fall ab.

Puke und Creutz ſtanden bereits auf ihren Plätzen.

In dieſem Augenblick ſank die Herbſtſonne hinab, und warf ihren letzten bleichen Strahl auf die beiden ehemaligen Freunde, die ſich jetzt auf Tod und Leben gegenüberſtanden. Dieſer letzte Strahl des Tages ließ ihre Geſichter noch bläſſer erſcheinen, als ſie wirklich waren.

Creutz erhob langſam ſein Piſtol. Ein Augen⸗ blick, und Puke ſah recht in die Mündung hinein; aber er blinzelte nicht, er verzuckte keine Miene. Der Schuß ging los, der Pulverrauch verzog ſich, aber