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Seine Augen irrten wild umher, blieben aber zuletzt auf Vater Lars haften.
„An welchen entſetzlichen Zeitpunkt in meinem Leben haben Sie mich nicht erinnert, Lars!“ fuhr er fort;„aber ich beklage mich nicht darüber, es freut mich vielmehr: die Erinnerung ruft mich zur Kraft und Thätigkeit auf: noch habe auch ich meinem Va⸗ terland ein Wort zu ſagen, noch einen Fehdehand⸗ ſchuh hinzuwerfen. Welche entſetzliche Kataſtrophe! Erinnerſt Du Dich, Lars, erinnerſt Du Dich? Ein Blitz fuhr gleichſam an meiner Seele vorbei und verbrannte mich mit ſeinem flammenden Flügel. Aber wie feig waren wir nicht? Wie feig war ich nicht? Ich habe mich elend benommen, bei Gott, dem All⸗ mächtigen. Von mir ſelbſt verachtet und verflucht, bin ich ſeitdem nur als ein Geck und ein Narr auf Erden umhergeirrt.“
„Capitän,“ unterbrach ihn Lars,„ich würde Ihnen ein ſo ſchmerzliches Ereigniß aus Ihrem ver⸗ floſſenen Leben nicht in's Gedächtniß zurückgerufen haben, wenn ich nicht durch einen Vorfall, der mir tief zu Herzen ging, dazu veranlaßt worden wäre. Ich bin mit dem Sohn Ihres Freundes, dem jun⸗ gen Puke, zuſammengetroffen. Da trat mir die Zeit wieder vor die Seele, wo ich Ihr getreuer Thür⸗ hüter, der Wächter an Ihrer Schwelle war, und, Gott verzeih mir's, ich habe mir viel vorzuwerfen. Als dieſes Schreiben da, das Sie in Ihrer Hand halten, Capitän, gleich einer Bombe unter Ihre Freunde einſchlug und ſie nach allen Richtungen zer⸗ ſtreute, da ſaß Ihr Freund noch allein hier, und als Alle fort waren, gab er mir einen Auftrag, den ich
Ridderſtad, Luiſe ulriken's Hof. II. 12


