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ſich dort ganz allein ſah, ſo machte ſie ſich's recht bequem in einer Sophaecke.
Zerſtreut flogen ihre Blicke umher, aber ſie ſchien Nichts zu ſuchen, was im Zimmer war; man konnte eher glauben, ſie ſuche Etwas in der weiten Welt.
Endlich blieben ihre Augen auf Etwas haften: ſie hatte einen Gegenſtand bekommen, das ungelöste Räthſel des ganzen Geheimniſſes ihres Lebens.
Ein ſchwarzes Seidenſchnürchen ſchlang ſich um ihren Hals und verſchwand unter der feinen Gaze, die ſich wie ein ſchneeweißer Schaum über den Wo⸗ gen ihrer Bruſt hob und ſenkte.
Mit einem Ausdruck wärmeren und reineren Ge⸗ fühls, als man gewöhnlich bei ihr entdeckte, zog ſie die Schnur herauf.
An ihrem Ende war die Hälſte einer ſchimmern⸗ den Silbermünze befeſtigt.
Die andere Hälfte fehlte.
Die Münze war offenbar mitten entzweige⸗ ſchnitten.
„Mein Gott,“ flüſterte ſie,„dies iſt meine Ge⸗ burt, mein Stammbaum, mein Erbe, mein Vater, meine Mutter, mein Name, mein Alles, Alles...“
Dabei legte ſie ihre Hände zuſammen und ver⸗ barg ihr Geſicht darin. Ihre Lippen bewegten ſich, ſie betete. Als die Hände nach einer Weile ſanken, glitt eine Thräne aus ihrem Auge und fiel auf die halbe Silbermünze hinab.
Aber als wäre ſie in einem Augenblick überraſcht worden, deſſen ſie ſich ſchämte, lächelte ſie wieder und verbarg die Münze mit einer haſtigen Bewegung, als ſie jetzt entdeckte, daß ſie nicht mehr allein war,


