7
netten. Auf der Schaubühne der Ereigniſſe iſt er nicht eigentlich der ſpielende Künſtler, ſondern man muß ihn vielmehr mit dem Theaterdirector verglei⸗ chen: er ſelbſt tritt ſelten oder nie in einer Rolle auf, aber er vertheilt die Rollen, ſo wie es in ſeinen Kram paßt, an die Andern, und zwar ſehr häufig, ohne daß dieſe ſelbſt es wiſſen. Es iſt nicht unmög⸗ lich, daß ich ſelbſt eine Figur in ſeinem Schachſpiel ſein kann. Ich leugne es nicht, daß er der Einzige iſt, den ich fürchte.“
„Baron,“ fiel Puke ein,„ſo wie Sie Pechlin zeichnen, beginnt er mich zu intereſſiren.“
„Mit fünfzehn Jahren machte er bereits den Spion an ſeinem eigenen Vater. Man ſagt, daß die Liebe ihn dazu trieb, das iſt möglich; aber jetzt gebraucht er die Liebe ſelbſt als Spion bei Andern. Nehmen Sie ſich in Acht, Puke. Pechlin iſt kein Spieler in der gewöhnlichen Bedeutung des Worts, und nichtsdeſtoweniger iſt er ein großer Spieler. Mit tauſend Chancen gegen eine, verlockt er ſeine Umgebung, ihre kleinen Summen zu wagen, indem er den Leuten vorſpiegelt, daß er ſein ganzes Beſitz⸗ thum dagegen halte; mit einem Wort, er iſt eine Art politiſcher Bankhalter. Man kann einen jun⸗ gen Mann in kein gefährlicheres Haus einführen, als in das ſeinige. Ich habe geſprochen, Puke.“
„Und gleichwohl führen Sie mich da ein, Herr Baron?“
„Soll ich Ihnen die Urſache ſagen?“
„Ich bitte Sie darum.“
„In der politiſchen Welt iſt man nur ſo lang ſtark, als man an ſich ſelbſt und ſeine Sache glaubt,


