Teil eines Werkes 
5. bis 8. Bändchen (1856)
Entstehung
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Q9o.

5

Durch ihre Schönheit?

Sie macht auf Jedermann einen großen Ein⸗ druck. Sie hat glänzende ſchwarze Augen, wie eine Südländerin; aber dieſes ſhüares Feuer brennt mehr, als es wärmt. Unruhig in ihren Bewegungen, flößt ſie auch Andern Unruhe ein. Ich will nicht ſagen, daß ſie ein ſchlechtes Herz habe, dazu kenne ich ſie zu wenig; aber ſie ſcheint keinen Augenblick mit ſich ſelbſt Frieden zu haben. Sie iſt wie eine ſchwarze Wolke, die bald mit einem Blitz zu drohen, bald durch einen ſchimmernden Regenbogen zu entzücken, bald von einem zitternden Stern durchbrochen zu werden ſcheint.

Puke konnte ſich eines Lächelns nicht erwehren.

Wollen Sie damit ſagen, daß ſie mir gefährlich werden könne? fragte er.

Sie lieben mit glühender Hingebung eine An⸗ dere und haben alſo hier Nichts zu fürchten; aber Pechlin kennt dieſe Ihre Neigung nicht. In ſeiner Pflegtochter beſitzt er inzwiſchen eine Bombe, die für das Herz jedes jungen Mannes gefährlich iſt.

Aber abgeſehen davon, daß das meinige jetzt ein bombenfeſtes Gewölbe iſt, ſehe ich nicht ein, wie er überhaupt auf den Gedanken gekommen ſein ſollte, es auf mich anzulegen.

Wrangel ergriff Puke's Hand und ſchaute ihm freundlich in's Geſicht.

Capitän, ſagte er,ich kann Ihnen glücklicher Weiſe mit ſehr wenigen Worten auf dieſe Einwen⸗ dung dienen.

Und dieſe ſind, Baron?

Daß Sie ein Mann ſind.