Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſind es, die uns regieren. Wir werden von St. Petersburg oder von Paris aus regiert. Die Stände, hat ein Engländer geſagt, gehören dem Meiſtbieten⸗ den, gerade wie wir in Smithfield Vieh kaufen.

Höppeners Blick fiel eben jetzt auf den an der Thüre ſtehenden Fremden, deſſen Augen nicht mehr von Güte und Freundlichkeit leuchteten; es entglitt ihnen vielmehr ein Funke bitteren Haſſes.

Iſt unſer Regierungsſyſtem frage ich mit Fuiedbaun Monarchie, Ariſtokratie oder Anar⸗ hie? Die Zuhörer vermochten ihre ſchon allzu lang unterdrückten Gefühle nicht mehr zurückzuhalten. Ein ſtürmiſcher Beifall lief durch den Saal. Höppener ſchien darin die Aufforderung zu einer neuen, ſchließ⸗ lichen Anrede zu erblicken und wandte ſich alſo gegen die Mehrzahl.

Wie auch die Wogen der Zeit von raſenden Winden zum Kampf gegen einander gejagt und in ihrem eigenen Streit zermalmt werden mögen, ſprach er weiter,ſo tritt doch etwas Ewiges als ein ſtar⸗ ker und mächtiger Stern aus der Tiefe hervor, und das iſt das Chriſtenthum, und das iſt die Civiliſation, das iſt der Volksgeiſt. Was wollen dieſe? Sie wollen Geſetze, die alles Menſchenrecht heiligen und der Thätigkeit ein Feld eröffnen, das von keiner andern Macht begrenzt wird, als von derjenigen, die in der eigenen Natur wahrer Thätigkeit liegt; ſie wollen eine Ordnung, die in Weisheit und Wahrheit belebt und entwickelt in Freiheit und Selbſtändigkeit ſtark und vertrauensvoll iſt. Sie wollen Gleichheit der