Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1856)
Entstehung
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Wir werfen Uns den Reichsſtänden in die Arme und erklären, daß Unſere Abſicht einzig und allein dahin geht, Uns in allen Stücken an die Rathſchläge und Verfaſſungen zu halten, welche die Reichsſtände als nothwendig und nützlich erprobt haben.

Ich habe auch nicht davon geſprochen, wie die erſte Rathsverſammlung, die doch von älteren Zeiten her eine Art von nationaler Bedeutung hatte, raſt⸗ los für die Erhaltung ihres geretteten Uebergewichts ſtritt, bis endlich die Kriſis eintrat, worin ihre Macht durch den nicht minder berühmten Ausſpruch des Grafen Horn, daß das Anſehen des alten und vor⸗ nehmeren Adels im Reich aufgehört habe, gebrochen wurde.

Ebenſo habe ich nicht von der Parteierbitterung geſprochen, die ſich in den eigenen Reihen des Adels entwickelte, und die ſich jetzt, unter dem Namen Hüte und Mitzen, auf dem Grab der urſprünglichen Rathsgewalt in feindlichem Zweikampf erhebt. Gebt Acht auf dieſen Streit. Es iſt Saturn, der ſein eigenes Geſchlecht zerfleiſcht. Die Zwietracht rast mit der größten Heftigkeit. Das ganze Land iſt hineingezogen. Wir ſelbſt ſind blos Theile dieſes Kampfes. Es iſt ein Sturmwind, der Alles mit ſich fegt. Um einander zu ſtürzen, ſchichtet man den Oſſa auf den Pelion, und den Olymp auf den Oſſa. Während die Zwietracht ihr pro patria et libertate ſchreit, verſinkt die ganze Selbſtändigkeit der Nation in den bodenloſen Abgrund der Corruption. Bald verkauft man uns an Rußland und England, bald an Frankreich. Nicht die Königsmacht, nicht der Wille der Nation, nicht unſere berathenden Stände