Mittheilung der eigentlichen Urſache, warum man die „Stände zuſammenberufen habe? Welch eine krän⸗ kende Bedrückung gegen einen ganzen Stand, ihn nicht einmal vom Zweck ſeiner Zuſammenberufung in Kenntniß zu ſetzen!“
Höppeners Aufmerkſamkeit flog im Saale umher; er las auf den Geſichtern der Anweſenden, in wie weit ſeine Worte in ihren Seelen wiederklangen oder nicht. Er hielt eine Art von Revue.
Auf einmal jedoch blieb ſein Blick haften.
Durch die halb offene Thüre waren nämlich ſo eben unſere zwei Leibtrabanten, Hermelin und Wal⸗ lenſtjerna, gefolgt von dem freundlichen, neugierigen Alten, hereingekommen.
Die Blicke Höppeners und des Greiſes begegne⸗ ten ſich. Beide ſchienen dabei von einem elektriſchen Schlag getroffen zu werden. Offenbar ging etwas Eigenthümliches und Bemerkenswerthes in ihrem Innern vor. Beſaßen ſie Etwas, was ſie zu, ein⸗ ander anzog oder was ſie feindlich von einander abſtieß?
Mit einer Bewegung voll Stolz und Trotz, Muth und Kampfbegier wandte ſich Höppener zuletzt von dem Unbekannten ab.
„Ich habe,“ fuhr er mit einer Stimme fort, die noch beſtimmter klang als vorher,„ich habe nicht davon geſprochen, wie die königliche Gewalt eine kurze Zeit hindurch bemüht war, die Splitter ihrer Macht aus dem allgemeinen Umſturz zu retten, aber nichtsdeſtoweniger bald gezwungen wurde, ſich beſiegt zu geben und unterwürfig ihre Vernichtung zu unter⸗ ſchreiben in König Friedrich's denkwürdigen Worten:


