Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1856)
Entstehung
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werk gegen eine Regierungsform zu errichten, deren ganze Grundlage in dem Willen eines Einzigen beſtand.

Von einer alleinherrſchenden Königsgewalt ging man zu einer Königsgewalt über, welche durch die Mehrheit des Raths und durch einen von den regie⸗ renden Ständen abhängigen Rath gebunden war. Das auf einer ſolchen Grundlage aufgeführte Werk hätte eine Staatsordnung hervorrufen können, die der Bewunderung der Geſchichte würdig geweſen wäre und den Bedürfniſſen des Vaterlandes entſpro⸗ chen hätte; aber leider blieben die Folgen weit hin⸗ ter den Möglichkeiten zurück.

Und warum? fragt ihr.Ich will es zu be⸗ antworten verſuchen.

Das ſchwediſche Land iſt mit dem Schwert in der Hand groß, ruhmreich und mächtig geweſen; aber mit dem Pflug war es arm und mittellos. Es hat Helden auf dem Thron und Bettler in den Hütten gehabt; es lebte von den blutigen Ernten ſeiner ſiegreichen Waffen, nicht vom Ertrag der mä⸗ henden Sichel; es hoffte auf die Früchte des Krie⸗ ges, nicht der Arbeit; kurz, es hat viele Karle und Guſtave gehabt, aber nicht einen einzigen Numa Pompilius. Wenn man an das Nationalgefühl des Volkes appellirte, ſo geſchah es niemals, um uns in der inneren, bürgerlichen Entwicklung oder in nütz⸗ licher induſtrieller Thätigkeit zu fördern, ſondern vielmehr einzig und allein, um für einen großen Heldenſtaub, ein abenteuerliches Waffenſpiel, einen ritterlichen Heereszug Sympathien zu wecken. Die Welt bewunderte unſern Muth und unſere Siege;