Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1856)
Entstehung
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ſetzliches. Rast nicht auf unſern Reichstagen der politiſche Fanatismus mit einer Blindheit, die mit Ausnahme der Parteizwecke alles Andere aus dem Auge ſetzt? Das Vaterland, das früher ſchwediſchen Heldenmuth zu Opfern und großen Tugenden be⸗ feuerte, wird jetzt blos ein Schlachtfeld für die eige⸗ nen Intereſſen. Der Neid erzeugt die Intoleranz. Wenn der wirkliche Krieg das Herz für edle Gefühle erſchließt, ſo wird es im politiſchen Streit hart und kalt. Statt redlich denkende und billig urtheilende Staatsmänner zu ſein, ſteuern die unſern unter dem mißverſtandenen Aushängeſchild des Patriotismus auf die erſte beſte Gelegenheit, um einander zu zer⸗ fleiſchen.Wie wurde nicht Löwenhaupt von ſeinen Freunden verrathen, und wie wurden nicht die Freunde von Gyllenſtjerna verrathen. Sie dürfen ſich glück⸗ lich ſchätzen, Gräfin, daß ſie noch nicht wiſſen, was es heißt, für Ihren Mann zu fürchten.

Während die Gräfin Brahe ſprach, öffnete ſich zu oberſt im Zimmer ganz leiſe die.Toilettenſtube der Königin, und man ſah eine ſchlanke und hohe jungfräuliche Geſtalt haſtig erſcheinen und ebenſo haſtig wieder verſchwinden. Ein Strahl zitterte in ihren dunkelbraunen Augen, eine Roſe ſchaukelte in der Nacht ihrer ſchwarzen Locken, aber die Wange war blaß und kalt.

Keine der Anweſenden bemerkte ſie. Die Unter⸗ redung ging fort.

Es iſt wahr, antwortete die Gräfin Hard, ich weiß nicht, was es heißen will, für ihn zu fürch⸗ ten. Sie wiſſen recht gut, Frau Gräfin, daß Hard während unſerer ganzen Verlobungszeit mit Aus⸗

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