24 So hart jedoch die Formen waren, zwiſchen welche
die Vorſehung ihn eingepreßt hatte, ſo drang ſein
freundliches Weſen gleichwohl zum Volke.
Er entſprach dem Begriff eines guten Familien⸗ vaters in der gewöhnlichen Bedeutung des Worts.
„All' die Frömmigkeit, die ſeinen Charakter aus⸗ machte, leuchtete aus ſeinen Augen, all' die Einfalt, welche die freiheitsliebendſte Nation beruhigen konnte,“ ſagt einer ſeiner Commentatoren.
„Kein Monarch,“ bemerkt Geijer,„war mehr geeignet, ſich durch die Liebe ſeines Volks eine Er⸗ weiterung ſeiner Macht zu erwerben, keiner war weniger geſchaffen, eine ſolche gewaltſam an ſich zu reißen.“
So wie er ſich in ſeinen Handlungen zeigte, ſtellte er ſich auch in ſeinem äußern Weſen dar. Man erkannte denſelben Stempel.
Seine phyſiſche Erſcheinung war einnehmend und verbindlich, aber ohne Energie. Unterſetzt und von mittlerem Wuchs, hatte er das volle freundliche Ge⸗ ſicht, das auf Herzensgüte, aber weder auf Scharf⸗ ſinn noch auf Entſchloſſenheit hindeutet. Den blauen Augen mangelte alles wirkliche Leben. Sein Gang war angenehm, aber nicht imponirend.
Einer ſeiner Günſtlinge behauptete, er ſehe ſo⸗ gar mit dem Rücken gnädig aus.
Mit einer Güte, die zum Herzen drang, grüßte er das Volk, das ſich auf dem Quai geſammelt hatte. Die Ergebenheit, die es für ihn hegte, äußerte ſich in einem lang andauernden Beifallsgemurmel. Wißn zufrieden leuchtete daher jetzt ſein Blick! Kein Juwett


