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ſagte ſie dann;„wenn Du meinem Sohne nicht das Leben gerettet haſt, ſo haſt Du ihm doch aus einer peinlichen Lage geholfen. Sieh' hier,“ fügte ſie hin⸗ zu, indem ſie einen kleinen Goldring vom Finger ſtreifte,„das Mutterherz will Dir auch ein kleines Andenken geben. Vielleicht hat das größeren Werth für Dich?“
Daniel war nie ſo ſeelenvergnügt geweſen wie in dieſem Augenblick: er meinte ein beſſerer Menſch zu ſein als je zuvor.
Mehrere Perſonen näherten ſich jetzt von den Gängen rundum. Daniel zog ſich zurück. Obſchon in der Ferne, hörte er, daß ſehr ernſte Vorwürfe gemacht wurden.
„Du biſt ſchon ſo alt, Guſtav,“ ſagte die unbe⸗ kannte Dame,„daß Du Dich nicht hätteſt auf dieſe Art in Gefahr begeben ſollen. Was hatteſt Du auf dem Baume zu ſchaffen?“
„Ich ſah einen Apfel droben: einen einzigen.“
„Da oben? Du hätteſt einſehen müſſen, daß er
viel zu hoch für Dich ſaß.“
„Zu hoch? Für mich? Sehen Sie, Mama, hier habe ich ihn. Es hat mir viel Freude gemacht, ihn zu greifen. Er ſaß hoch, hoch oben.“
„Das iſt etwas Anderes, Guſtav. Wenn man kühn iſt und es gelingt, ſo iſt Alles gut. Aber ſei ein ander Mal vorſichtiger. Jetzt hätte Dich der Apfel beinahe das Leben gekoſtet. Sonſt...“
Die Fortſetzung entging Daniel; aber nach einer Weile hörte er wieder.
„Und Du, Karl?“


