Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1856)
Entstehung
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mit ihrer Urne, Laokoon mit ſeinen Söhnen und den mit einem Jungen ſpielenden Bacchus, ſämmt⸗ lich Bilder von Erz. Dann betrat er die vier Ter⸗ raſſen, den ſchönſten Schmuck des Gartens. Hier trat ihm eine Ueberraſchung um die andere entgegen: Pyramiden, Kugeln und Coloſſe von gewaltigen, dunkelgrünen Zweigen; ſaalartige Plätze mit grünen Wänden von dichten Hecken, umgeben von Gängen und hohem, düſterem Buſchwerk; weiterhin öffnete ſich vor ihm ein Theater mit Parterre, Amphitheatern und grünenden, wachſenden Couliſſen, vor denen eine majeſtätiſche Geſtalt in ſchneeweißem Marmor Apollo ſich auf einem Piedeſtal von derſelben Steinart erhob.

In dieſes wunderbare Labyrinth hineingekommen, vergaß er alles Andere.

Aus dem ſogenannten franzöſiſchen Garten führte ihn der Weg in den engliſchen Luſtpark. Hier zeigte ſich eine freiere, friſchere Natur. Die Scenerie regte ihn hier ganz anders an. Ein Bach floß an ſeinen Füßen vorbei, er folgte ſeinen Krümmungen. Das Waſſer lief zwiſchen dunkeln Gebüſchen, ſchlingenden Hecken und Gruppen von prachtvollen Büſten über ſeinen mit Kieſeln bedeckten Boden hin. Es war ſo ſchweigſam, ſo feierlich, ſo tief ſtill um ihn her. Ein Schwan bog jetzt um eine Landſpitze: er floß gleichſam, als würde er von den Wogen blos fort⸗ getragen.

Aber auf einmal wurde die tiefe Stille geſtört, die ihn umgab. Gelächter und Worte ſchallen an ſeine Ohren. Er ſchaute auf, bemerkte aber noch Niemand. Die Laute kamen immer näher und näher