Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1856)
Entstehung
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Wuchs, aber doch mehr in die Höhe geſchoſſen, als gereift und ausgebildet.

Ich begreife, daß ich wahnſinnig bin, Schweſter, antwortete er;ich begreife, daß man mich in ein Narrenhaus einſperren ſollte, ich begreife, daß ich von einem unſäglich großen Unglück überfallen wor⸗ den bin, ohne daß ich die Macht habe, es zu be⸗ kämpfen. Weine Du, Schweſter, ich meinerſeits will lachen.

Daniel lachte wirklich.

Ein armer Teufel wie ich ein ganz gewöhn⸗ licher Lump ein armſeliger Schlucker ein un⸗ nützer Wurm welch' eine unerhörte Dummheit hat mich erfaßt, welch' ein Schwindel von Narrheit, welch' eine ſchreckliche Selbſtbetrügerei! Niederge⸗ drückt von den dringendſten Bedürfniſſen des Augen⸗ blicks, ohne alle Zukunft, wage ich in einen Himmel zu blicken. Was meinſt Du, Schweſter? mag dies wohl eine Verlockung des Sgtans oder eine Ein⸗ gebung Gottes ſein?

Jetzt ſchwatzeſt Du wieder in's Blaue hinein, Bruder döa Daß Du ein wenig verrückt biſt, begreife ich wohl; aber was kümmere ich mich um all' das Zeug? Wenn ich bei Dir bin und das geſchieht nicht oft ſo meine ich, Du ſollteſt auch ein wenig an mich denken. Warum gehen wir nicht da hinah und ſchauen uns ein wenig um?

Das Bild, das der Schloßhof darbot, war un⸗ ftreitig ſehr lebhaft. Gruppen von Leibtrabanten und anderem Militär gingen auf und ab. Der Tag war heiter und angenehm. Man ſchien den letzten Athemzug der ſchönen Jahreszeit genießen zu wollen.