„Aber können Sie mir erklären, warum Sie mir nicht antworten?“ fragte er endlich verdrießlich.„Ihr Schweigen beleidigt mich.“
Waldhahnenfuß blieb ſtumm.
„Sie trotzen mir. Nehmen Sie ſich in Acht. Ich könnte Ihnen die Maske vom Geſicht reißen.“
Waldhahnenfuß antwortete nicht.
„Ich bin überzeugt, daß Ihr eigenes Geſicht gegen meine Anerbietungen nicht ſo kalt iſt, wie dieſe bemalte Papiermaske da.. 8
Waldhahnenfuß ſchwieg beharrlich.
„Ihr Stolz muß entwaffnet werden. Ich bin nicht unerfahren in der Kunſt, Weiber zu entwaffnen.“
Kellner war an einen beharrlichen Widerſtand nicht gewöhnt und erhob erbittert ſeine Hand, um die Schöne, die nach ſeiner Ueberzeugung blos die ausſtudirte Rolle einer Kokette ſpielte, dadurch zu beſtrafen, daß er ihr die Maske vom Geſicht riß.
Mathilde, die auf eine ſolche Gewaltthätigkeit nicht vorbereitet war, konnte keinen Widerſtand entgegenſetzen. Die Maske fiel, und wenn Kellner auch beim Anblick Mathildens etwas verblüfft war, ſo fand er doch eigent⸗ lich blos ſeine alte Anſicht von ihr beſtätigt und beſchloß, die Gelegenheit jetzt nicht aus den Händen zu laſſen. Mathilde ſtand erſchrocken und bleich da, ſcheue Blicke um ſich werfend, wie eine Gazelle, die von einem Jäger aufgeſchreckt iſt, aber nicht weiß, nach welcher Seite hin ſie der Gefahr entfliehen ſoll.
„Schöne, bezaubernde, angebetete Mathilde,“ flüſterte Kellner und ſchlang ſeinen Arm noch feſter um ihren weichen Leib.„Welche Freude, Dich hier zu treffen!“
„Ums Himmelswillen,“ bat ſie,„laſſen Sie mich los, laſſen Sie mich los! Ich bitte Sie um Alles.“ „Scheues Täubchen...“
In dieſem Augeublick wurde auch Kellner mitten in


