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men war, bat er ſie, ſich zu demaskiren; aber beim Klang ſeiner Stimme fuhr ſie erſchrocken auf, und es wäre ihr ſicherlich gelungen, ſich zu entfernen, wenn nicht Kellner ſchnell ſeinen Arm um ihren Leib geſchlungen und ſie genöthigt hätte, ſich zu ſetzen.
Mathilde würde um Hülfe gerufen haben, aber ſie hatte viele Gründe, die ſie davon abhielten. Sie konnte nicht vergeſſen, daß ſie ſich ohne Erlaubniß von Haus entfernt hatte und daß ſie, wenn ſie ſich entdeckte, jeden⸗ falls Anna Verdrießlichkeiten bereiten mußte; überdieß dachte ſie, Kellner würde gewiß Gabriele erzählen, daß er ſie auf einem Maskenball getroffen, und wenn ſie auch in aller Unſchuld dahin gekommen war, ſo hatte ſie doch bereits ſo viel geſehen, daß ein Beſuch allda juſt nichts Empfehlendes war; ferner wollte ſie auch Kellner, deſſen Ehre ihr am Herzen lag, nicht dadurch blosſtellen, daß ſie die Aufmerkſamkeit der Gäſte erweckte. Von dieſen Gedanken geleitet, beſchloß ſie mittelſt eines unverbrüch⸗ lichen Schweigens ihr Incognito zu bewahren.
Kellner dagegen ſprach um ſo mehr, und wie ent⸗ ſetzte ſich nicht das arme Mädchen über die Einſicht, die ſie in den leichtſinnigen Charakter und die lockeren Grundſätze dieſes Wüſtlings gewann! In den Vorſtel⸗ lungen, die er ihr mit einer angenehmen Rhetorik und mit lebhafter Phantaſie vor die Augen hielt, erblickte ſie das Laſter, bald ſich umhüllend, bald ſich entblößend, immer aber verlockend und reizend, ſo nahe bei ſich, daß ſie unter ihrer Maske ſcheu erröthete.
Kellner bot ſeine ganze Beredtſamkeit auf, um die reizende Unbekannte dahin zu bringen, daß ſie ihm ant⸗ worten, ein Geſpräch eröffnen und auf ſeine Anſichten eingehen möchte, aber ſie ſchwieg beharrlich. Mehr als einmal machte ſie große Anſtrengungen, um ſich von ihm loszum achen, aber vergebens. Je mehr ſie ſich bemühte, dieſen Zweck zu erreichen, um ſo näher kamen ſie nur zu einand er.


