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Geſchlechter, vor dem Geſetz, ſondern hauptſächlich auch Gerechtigkeit für ſie vor der öffentlichen Meinung. Ver⸗ ſtehen Sie mich, Chevalier, ich verlange Gleichheit.“
Gourville hatte Gabriele nur ein einziges Mal früher ſo geſehen, wie jetzt; aber auch damals beſchäf⸗ tigte ſie derſelbe Gegenſtand, der jetzt die innerſte Trieb⸗ feder ihrer geheimſten Gedanken bildete. Ihr ganzes Leben war ein fortgeſetztes Nachdenken darüber. Die Exaltation war jedoch bald wieder bei ihr vorbei und ihr Flug erlahmte in Kurzem wieder.
„Sie ſehen mich verwundert an,“ fuhr ſie ruhiger fort;„aber verzeihen Sie mir, ich weiß ja, daß es von Seiten des Weibes bereits tadelhaſt iſt, ſich vertheidigen zu wollen. Halten Sie mirs zu gut, Chevalier. Wir wollen nicht weiter davon reden. Sie verſprachen mir ja... oder ich bat Sie darum... ich erinnere mich jetzt nicht mehr genan... einiges von Ihrer Mutter zu erzählen.“
Gourville wandte ſich verwundert gegen ſie.
„ Von meiner Mutter?“ antwortete er.„Was könnte ich von ihr ſagen. Ich habe ſie nie gekannt... nie
. nie..
„Nie 2“ fragte Gabriele,„nie?“
Sie zog ſich dabei auf die Seite und ſtarrte ihn an.
„Sie ſollen hören.“
„Sprechen Sie, ſprechen Sie.“
„Mehrere Jahre lang glaubte ich, daß meine Pflege⸗ nunther meine wirkliche Mutter ſei, und ich liebte ſie als olche.
„Ich habe Ihnen erzählt, wie ich vom Nachbar meiner Mutter fortgewieſen und mir aller weitere Beſuch bei ſeiner Familie und in dem Garten unterſagt wurde.
„Mit Charlotte kehrte ich nach Hauſe zurück und erzählte, was mir begegnet war, worüber meine Mutter ſich tief betrübte.
„Ich muß dabei bemerken, daß ſie immer ſehr räth⸗


