Teil eines Werkes 
17. bis 21. Bändchen (1852)
Entstehung
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nehmen zu helfen; aber Anna weigerte ſich, und wollte ſich vertheidigen.

Bei einer dieſer allzu heftigen Bewegungen ſiel ihr die Maske ab.

Eine Weile herrſchte tiefe Stille unter der Menge.

Das Mädchen war unläugbar ſchön, und ſie erröthete vor Verlegenheit.

Aber bald erholte ſich das Publikum von ſeiner Ueberraſchung, und das Schweigen verwandelte ſich in

ein wildes Lachen mit Händegeklatſch und Füßegeſtampf.

Man hatte ſie erkannt.

„Ha, ha, ha,“ lachte man,„das iſt Anna, unſere Unſchuld aus dem Café London, die Königin der wilden Jagd, unſere Gaſſendirne, die Zierde der Bordelle, die Blume der ſchmalen Gäßchen! Ein Hurrah für die Tu⸗ gend! Anna hoch! ha, ha, ha!“ 8

Anna wankte, einer Ohnmacht nahe, von Scham ergriffen, vom Hohn zermalmt.

Wenn ſie früher nie recht gewußt hatte, was ſie war, ſo wußte ſie es jetzt, und zwar hatte ſie es auf eine Art erfahren, die ſie mit Abſcheu vor ſich ſelbſt erfüllte.

Pierrot war einer der Lauteſten geweſen, ſo lange es ſich darum handelte, Anna demaskirt zu ſehen; aber ſobald die Maske gefallen war, verſtummte er auf einmal.

Die Schönheit des Mädchens, jetzt durch das pracht⸗ volle Koſtüm erhöht, nahm ihn ein. Er ſah, wie ſie bald erröthete, bald erblaßte, wie eine Thräne ſich in ihre Augen drängte, wie ſie wankte, und nahe daran war, zu fallen. Je mehr ſein Intereſſe für ſie ſich ſteigerte, um ſo mehr verdroſſen ihn jetzt auch die Ausfälle des Publikums gegen das Mädchen.

Seiner Neigung folgend, ſprang er auf die Eſtrade, und faßte Anna um den Leib, um ſie zu ſtützen. Das

grüngekleidete Mädchen lehnte ſich freundlich an den wei⸗ ßen Pierrot. Die Gruppe war ſehr ſchön, veranlaßte

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