Teil eines Werkes 
17. bis 21. Bändchen (1852)
Entstehung
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wirken, wo ſie gleich ungeſunden Schwämmen ſich vor⸗ finden, darüber ſteht mir keine Entſcheidung zu. Durch die Bekanntſchaften, die ich jetzt machte, öffnete ſich in⸗ zwiſchen, ich geſtehe es aufrichtig, auf einmal die Hölle für mich, und ich gehörte ihr an. Von dieſem Angen⸗ blick begann für mich ein wechſelreiches, abentheuerliches und entſetzliches Leben. Es wäre vergeblich, ſeinen man⸗ nigfachen Verirrungen folgen zu wollen. Bald war ich der Kühnſte, Muthigſte, Entſchloſſenſte von Allen. Männ⸗ liche Kraft begann meine Handlungen zu charakteriſiren, und neue Pläue blitzten unaufhörlich aus dem unerſchöpf⸗ lichen friſchen Kopfe des Jünglings. Bald folgten mir meine Kameraden blindlings mit vollkommenem Vertrauen auf mein Urtheil, meine Klugheit und Schlauheit. Bei einem kühnen Unternehmen wurde ich indeſſen in Folge der Dummheit eines meiner Freunde verhaftet. Ich er⸗ wähne dieſen Umſtand beſonders, weil er mich mit einer Perſon zuſammenführte, von der ich mich bereits ver⸗ geſſen glaubte.

„Man hatte mich in eines der Gewölbe unter dem Rathhaus eingeſperrt.

„Als ich es am wenigſten erwartete, höͤrte ich den Schlüſſelbund des Gefangenwärters vor meiner Thüre raſſeln.

„Ich vermuthete, daß man mich, obſchon es nicht die gewöhnliche Zeit war, vor das Gericht führen würde, aber zu meiner Verwunderung erkannte ich in dem Ein⸗ tretenden den Rektor. 5

„Er hatte vermuthlich Erlaubniß erhalten, mich zu beſuchen, deunn der Gefangenwärter entfernte ſich, und der Rektor blieb allein zurück.

„Mit einem Blick, der wie ein ſcharfer Strahl unter den buſchigen Augenbrauen bervorſchoß, betrachtete er mich eine Weile, ohne ein einziges Wort zu ſprechen. „Ich war gefangen, und ich ſchämte mich.