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bedürfen, oder geben ſie ſich für blind aus, ohne es zu ſein. Als ich den Ort beſuchte, waren ſie hundert dreißig an der Zahl, und wohnten in acht kleinen Sälen. Sonſt werden hier alle mögliche Leute aufgenommen, ohne daß man ſich darum bekümmert, zu unterſuchen, wie Viele wirklich Platz finden können. Von Ordnung iſt da gar nicht die Rede. Die Bewohner müſſen ſich ſelbſt aufrecht erhalten. Die Saalthüren ſind immer offen. Die Alten, wie man ſie gewöhnlich nennt, obſchon ſich auch mancher junge Geſell unter ihnen befindet, gehen und kommen, wenn ſie Luſt haben. Manchmal geſchieht es allerdings, daß die Krankenpflege der Gemeinde ihnen mit dem Einen und dem Andern aushilft. Mehrere beſitzen auch Penſionen von ihrer Soldatenzeit her, aber die Penſions⸗ decrete ſind in einer Schenke verſetzt, die der Aufſeher des Hauſes hält, und die Penſion ſelbſt wird vorſchuß⸗ weiſe in Branntwein aufgezehrt. Die Kranken bekommen fünf Schillinge nebſt einer Portion Suppe und Brod per Tag. Die Reconvalescenten erhalten drei Schillinge nebſt dem Uebrigen. Man ſollte nicht glauben, daß ſich irgend Jemand gern hier aufhielte, und dennoch gibt es Hunderte, die ſich um dieſes Glück ſchlagen. Sie glau⸗ ben mir vielleicht nicht? Aber was ich ſage, iſt voll⸗ kommen wahr. Die hier geſtattete Freiheit iſt höchſt verlockend, und obſchon die öffentliche Wohlthätigkeit ihnen eigentlich nichts Anderes, als Holz, Licht und ein Obdach zukommen läßt, ſo beſitzen ſie doch ein Privilegium, das ihnen noch Niemand ſtreitig gemacht hat, nämlich das Recht, die Bettelei als einen geſetzlichen Nahrungszweig zu betreiben. Beſonders Abends, wenn die Sonne un⸗ tergeht, zieht dieſes Ungeziefer auf die Straßen. Wer hat wohl nicht ſchon, nachdem es dunkel geworden, da und dort an den Straßenecken einen grauen Mantel, ein lauerndes Auge, einen abgenützten Hut geſehen? Mit kluger Fürſorge für ihr eigenes Beſte theilen ſie die Stadt in gewiſſe Betteldiſtrikte ein. Sehr oft kommen ſie nicht
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