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von der Liebe geweckt werden. Mich haben Haß und Rache geweckt. Jetzt bin ich Dein.“
„Verirrte, erzähle mir, was geſchehen iſt.“
„Das iſt mit wenigen Worten geſagt. Der Löwe liebt mich nicht allein. Er iſt mir untreu geworden. Ich will... ⸗
„Rache nehmen, willſt Du ſagen... an ihm?“ „Und an derjenigen, die er liebt. Ich will Dir Alles erzählen. Du erinnerſt Dich, als wir das letzte⸗ mal von einander ſchieden, wie ich mich in der Wahl zwiſchen ihm und Dir in ſeine Arme warf und von Dir verſtoßen wurde. Meine Liebe war wild, mein Vertrauen blind. Ich beſaß keine anderen Gedanken, als für ihn, kein Gefühl, außer für ihn. Ich hörte, ich ſah blos ihn. Mein Leben war ſein. Aber die Ereigniſſe führten mich eines Tags mit einem Mädchen zuſammen, das ich ſchon ſeit mehreren Jahren kannte; ſie heißt Anna, die Kö⸗ nigin der wilden Jagd. Ich folgte ihr ins Caffé London. Anna war freundlich gegen mich und ſie gefiel mir recht wohl. Eines Abends, als ich ſie wieder beſuchte, ſah ich einen Mann hinter der eiſernen Thüre, die in den obern Stock führt, verſchwinden, und obſchon er blos einen Augenblick für mich ſichtbar war, erkannte ich ihn ſogleich wieder. Es war der Löwe. Anna ſagte mir auch, daß er es war. Und auf meine Frage, was er thue, ant⸗ wortete ſie, er beſuche ein Mädchen. Dieſe Angabe ge⸗ nügte. Ich brannte. Ich litt. Anna führte mich ihm nach. Ich bekam einen Platz in einem Seitenzimmer. Ich hörte ihn ſprechen und hörte ein Mädchen, das weinte. Ich wollte hineinſtürzen. Anna hielt mich zurück. Als der Löwe ſich entfernte, begab ich mich zu dem un⸗ bekannten Mädchen hinein. Denke Dir meine Ueber⸗ raſchung, als wir beide auf einmal einander erkannten. Es war die bleiche Mathilde, genannt Waldhahnenfuß.“ „Mathilde“— bemerkte der Leſerprieſter—„Wald⸗ hahnenfuß, dieſelbe, deren Mutter auf den Gütern von
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