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Miene verrieth eine ſolch' wilde Furcht, eine ſolch' ver⸗ zehrende Leidenſchaft, daß Pauls zum Voraus aufgereg⸗ des Gemüth dadurch ergriffen wurde. Man hörte auch Tritte im Gang und Stimmen ertönten.
„Sagen Sie mir, wer Sie ſind,“ fragte indeß Paul. „Wenn Sie nicht lügen, ſo rette ich Sie.“
„Ich bin Alles, was Sie haben wollen, aber vor allen Dingen:... und ſie beugte ſich dabei gegen Paul vor und flüſterte ihm ins Ohr...„eine große Ver⸗ brecherin.“—
Noch einmal flog Pauls Blick über ihr Geſicht.
„Treten Sie in dieſes Zimmer da,“ befahl er ihr.
Sie gehorchte.
Es war auch hohe Zeit. Im nächſten Augenblick traten zwei Polizeidiener ein. Charlotte ſtand wie auf glühenden Kohlen. Sie hörte einige Worte wechſeln... es wurde wieder ſtill.
„Sie ſind gerettet,“ ſagte Paul zu ihr, als er end⸗ lich die Thüre wieder öffnete;„kommen Sie heraus.“
Charlotte hatte jetzt daſſelbe wilde und dreiſte Aus⸗ ſehen wie früher, aber es war nicht ſo einnehmend. Sie war bläſſer, leidenſchaftlicher.
Ihre Erſcheinung bei Paul war kein Zufall, ſondern ſie war ausgegangen, um ihn zu beſuchen. Ein Wind⸗ ſtoß hatte ihren Schleier gelüftet, als gerade ein Paar Polizeidiener an ihr vorbei gingen. Dieſe erkannten ſie ſogleich, aber unter der Volksmenge gelang es ihr, ihren
Verfolgern zu entkommen.
Paul hatte dieſelben ganz kurz abgewieſen.
„Sie müſſen mir meine Papiere zurückgeben,“ ſagte er.
Die ſchwarze Charlotte fühlte ſich für die empfangene Hülfe zu lebhaftem Dank verpflichtet.
„Sie ſollen ſie wieder haben... ja, das ſollen Sie... aber Sie ſollen auch noch mehr erhalten.“
„Was willſt Du damit ſagen?“ Paul war kalt. Er hatte kein Vertrauen zu ihr.


