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künftig keinen Augenblick und unter gar keinen Umſtän⸗ den mehr, ſo ſeltſam ſie Dir auch erſcheinen mögen, meinen alten Freund verkennen wirſt. Dieſe Thräne in ſeinem Auge iſt der offenſte Beweis für den Edelſinn ſeines Herzens.“
„Du haſt Recht, obſchon ich mich gleichwohl über das Vorgefallene nur freuen kann, weil ich ſonſt vielleicht nicht im Stande geweſen wäre, einen Blick in Brauners Inneres zu werfen. Glaube mir, jetzt verſtehe ich Deinen ergebungsvollen Charakter, Brauner. Jeder ehrenhafte junge Maun könnte mit Stolz zur Welt ſagen: Dieſer grauköpfige alte Mann, der ſo ſchwer verkannt und ver⸗ folgt worden iſt, dieſer Mann iſt mein Vater.“
Dieſe einfachen, aber herzlichen Worte trafen Brauner wie ein Blitz. Aufgeregt und vernichtet ſank er auf ſeine Kniee.
Nach einer Weile gelang es Roman, den Greis wieder zu ſich ſelbſt zu bringen. Als er das Zimmer verließ, ſtreckte er die Arme gegen Paul aus. Die Be⸗ wegung war feierlich. Der Greis ſchien Gott als Zeuge ſeiner Liebe für den ſtolzen, rechtſchaffenen Jüngling an⸗ rufen zu wollen. Das Verehrungswürdige in ſeinem Ausſehen gefiel Paul. Wäre er noch einen Augenblick länger geblieben, ſo würde Paul an ſeine Bruſt geſunken ſein. Es lag in dem Weſen des Greiſes etwas Patri⸗ archaliſches, dem Paul nicht widerſtehen konnte.
Als der Greis ſich entfernt hatte, blieb Roman auf der Schwelle ſtehen.
„Paul,“ ſagte er,„ich habe noch nicht alle Hoffnung,
aufgegeben, daß es Dir gelingen werde, den letzten Wil⸗
leu Deines Pflegevaters zu vollziehen und die wirklichen“
Mörder des Barons Lander au's Tageslicht zu bringen, aber es ſieht dennoch trübe damit aus. Wolkmann ſtarb mit dem Geheimniß und die wahnſinnige Martha lieferte zu wenig Aufſchluß; indem ſie die Gelegenheit benützte
und von Abraham entfloh, ſchien ſie auch von der Erde⸗
ver
„.9.„—,—,—,—


