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„Bei Gott, ſchön gedacht, Brauner, ich bin noch ſehr jung, aber mein Herz empfindet die Wahrheit dieſer Sätze. Eine Bemerkung will ich jedoch hier machen. Der Verfaſſer verlangt chriſtlichen eigenen Trieb, das iſt ganz recht; aber dieſer chriſtliche eigene Trieb kann keine wahrhaft ſtarke Wurzeln in unſern Herzen ſchlagen, wenn man nothwendig auf eine gegebene Art glauben ſoll, d. h. ſo lange man in Glaubensſachen den oft nur zu harten Dogmen ausgebildeten Vorſchriften einer allein⸗ herrſchenden Kirche unterworfen iſt, wodurch das Regle⸗ mentariſche wichtiger wird, als das Reinreligiöſe. Ich will Amerika, das Vaterland aller freien Kirchen, an⸗ führen. Die religiöſe Freiheit iſt da die Wurzel der Sittlichkeit in der Familie, zugleich aber auch die Wurzel einer nützlichen, ſtets ruhigen, ſich ſelbſt controlirenden politiſchen Freiheit im allgemeinen öffentlichen Leben. Aber lies weiter, Brauner. Der Gegenſtand iſt von der größten Wichtigkeit. In Amerika lernt man ſchon früh ſein Vaterland lieben, aber das Vaterland thut da auch viel für jeden Einzelnen: es bildet ihn zum Patrioten, es adelt ihn zum Bürger, es ertheilt ihm den Ritter⸗ ſchlag als Vertheidiger einer Freiheit, die auf der Heilig⸗ keit der Geſetze, auf Ordnung und Arbeitſamkeit beruht, und das Ritterſchwert iſt die religiöſe und politiſche Frei⸗ heit. Ich bitte Dich, lies noch mehr. Es iſt mir Be⸗ dürfniß, mich ſelbſt zu vergeſſen.“
Und Paul zerdrückte, als er ſich hier unterbrach, den Brief, den er in der Hand hielt.
„Lies!“ bat er noch einmal.
Brauner fuhr fort:
„„Wird Schweden durch die bevorſtehende große Weltbewegung gekräftigt und zu einem höhern und edlern Staatsleben erhoben, oder wird es dadurch zerriſſen, erniedrigt und vernichtet werden?24„...
Die allgemeine Stellung in Schweden, ſo wie ſie jetzt iſt, gibt Veranlaſſung genug zu tiefen Beſorgniſſen in die⸗


