Teil eines Werkes 
17. bis 21. Bändchen (1852)
Entstehung
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gegen die Hauptkrankheit der Geſellſchaft, die in der Herrſchaft des Egoismus im Privatleben beſteht.

Die Gottſeligkeit des Privatlebens iſt eine heilige Kraft, welche die ſchädlichen Einflüſſe mangelhafter Ge⸗ ſellſchaftsſormen beinahe zu vernichten vermag und da⸗ gegen edle Früchte ſelbſt in ihren fehlerhaften Formen hervorbringt, die jedoch ganz natürlich nach den Bedürf⸗ niſſen des lebendigen Geiſtes ſich allmählig verändern müſſen.

Die Ungottſeligkeit des Privatlebens dagegen iſt eine unwiderſtehliche Kraft der Geſellſchaftsauflöſung und vernichtet alle weſentlich gute Wirkungen ſelbſt der aller⸗ beſten Staatsformen, welche auch ganz natürlich gemäß dem Weſen des innewohnenden dämoniſchen Geiſtes zu⸗ ſammenfallen müſſen.

Auf eine ſolche Weltanſchauung und ſolche Auffaſſung der Zeitfragen gründen wir unſern Glauben, daß das wirkliche Glück jeder Staatsgeſellſchaft in vollkommen gleichem Verhältniß mit dem Maaß des wahren und le⸗ bendigen Chriſtenthums bei der Mehrzahl ihrer verſchie⸗ denen Mitglieder ſteht, und durch dieſen Gedankengang ſind wir zur Ueberzeugung gelangt, daß nicht blos in unſerer Zeit, ſondern in allen Zeiten der höchſte Zweck der politiſchen Bemühungen jedes Menſchen darin be⸗ ſtehen muß, in all ſeinem Thun und Laſſen innerhalb ſeines Wirkungskreiſes edle Geſinnung, d. h. wahren chriſt⸗ lichen Sinn im Privatleben zu fördern, wobei man na⸗ türlich in ſeiner eigenen Familie und zwar zuerſt in ſich ſelbſt anfangen muß. Aus freiwillig, ohne äußeren Ge⸗ ſetzeszwang, im chriſtlichen Drang zuſammengereichten Händen in einem gehobenen Privatleben werden die Kräfte erwachſen, aus denen die gründliche Erlöſung aus dem Clend, jene Freiheit, nach welcher die Menſchen ſchreien, entſtehen wird, ſowie auch jene dauernde Erhebung, nach welcher das Menſchengeſchlecht, mehr oder weniger be⸗ wußt, verlangt.

Das Gewiſſen. v. 2