Staates. Denn nimmt man von einer wohlorganiſirten Staatsgeſellſchaft die in ihrem ganzen Umfang nothwen⸗ dig zerſtreuten guten Mächtigen aller Art, ſo wird die Geſellſchaft bald über den Haufen fallen, wie ein Ge⸗ bäude, welchem die nöthigen Bänder und Stiützpfeiler fehlen. Das für einen Augenblick ſcheinbar gleiche Volk wird binnen Kurzem in zwei Heerden zerfallen, von de⸗ nen die eine, ohne die Möglichkeit einer genügend zurück⸗ haltenden Kraft, von der andern aufs Grauſamſte mit Füßen getreten wird..
Der Glaube an die Gleichheit im Geſellſchaftsleben iſt ein Irrthum, welcher der göttlichen Ordnung wider⸗ ſtreitet und deßhalb zum Verderben führt.
Im Geſellſchaftskörper, wie bei jedem Organismus, ſind ja, wie wir ſchon oben angedeutet haben, Geſund⸗ heit und Wohlgedeihen von einer harmoniſchen Wechſel⸗ wirkung zwiſchen den verſchiedenen Gliedern, deren jedes ſeine natürliche Beſtimmung hat, bedingt und in Ueber⸗ einſtimmung mit dieſem Grundgeſetz der Schöpfung gibt es ja Menſchen, die mit einer unendlichen Mannigfaltig⸗ keit ſowohl geiſtiger als phyſiſcher Naturanlagen begabt ſind, welche Anlagen ſummariſch in zwei Hauptklaſſen eingetheilt werden können, die Anlage zum regierenden Prinzip, die einer nach dem Bedürfniß geringeren Anzahl von Menſchen zugetheilt iſt, und die Anlage zum gehor⸗ chenden Prinzip, welche dem Bedürfniß gemäß der großen Anzahl augehört.
Die gegenſeitige Bruderliebe zwiſchen dieſen, zu ver⸗ ſchiedenen Verrichtungen begabten Menſchenkindern würde, der Verordnung des Allweiſen gemäß, die blos ſcheinbar ungleichen Looſe Aller ausgleichen und in der inneren Erfahrung allen einen gleichen Grad von Glück ſchenken. Wer iſt z. B. in einer guten Familie am glücklichſten, die Eltern oder die Kinder? die Herrſchaft oder die Dienerſchaft? Wer in einer guten Schule? die Lehrer
oder die Schüler? Findet ſich gegenſeitig wahre chriſtliche


