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oder wie der erworbenen Wiſſenſchaft das Recht zuſteht, die Kenntnißloſen zu leiten, und zwar zum eigenen wah⸗ ren Vortheil der Jungen und Unerfahrenen, ſo muß auch dem Kapital ein natuͤrliches Herrſcherrecht über die noch nicht gefertigte kapitalſuchende Arbeit zuerkannt werden.
Dieſes natürliche Uebergewicht des Kapitals wird allerdings drückend für die Arbeit, wenn der Capitaliſt ſeine moraliſche Pflichten gegen den Arbeiter vergißt; aber wie die drückenden Mißverhältniſſe, welche durch den Deſpotismus des Hausvaters im Familienleben ent⸗ ſtehen, keineswegs durch den Trotz der Ingend zu ibrem wirklichen Vortheil geregelt, wohl aber durch Beſcheiden⸗ heit und Geduld gemildert werden können, ſo würde auch der Trotz des Arbeiters gegen den Capitalbeſitzer blos zum Verderben führen. Wenn hinwiederum der Capital⸗ beſitzer oder im Allgemeinen der natürliche Machtinhaber in der Ausübung ſeiner Gewalt gewiſſenhaft ſeine deut⸗ lich vorgezeichnete moraliſche Pflicht beobachtet, d. h. ſich als ein treuer Verwalter der Güter anläßt, welche die Vorſehung ihm zugetheilt hat, und zwar nur zur Beför⸗ derung des allgemeinen Wohls, da bildet der Mächtige einen ganz unentbehrlichen Stützpfeiler für denjenigen Theil des Geſellſchaftsgebäudes, wo er ſeinen Platz er⸗ halten hat.
Es iſt in Wahrheit eine der unglücklichſten politiſchen Verirrungen unſerer Zeit, daß man im Allgemeinen die Macht oder die Exiſtenz der Mächtigen zu haſſen ſcheint.
Die Beſorgniß vor dieſen Mächtigen und der Un⸗ wille gegen ſie kann freilich nicht hart getadelt werden. Der leider gar zu allgemeine gewiſſenloſe Mißbrauch der Macht gibt allerdings einige triftige Gründe dazu. Ein nicht geringer Theil der Zerſtörungsſucht unſrer Zeit, gegenüber aller vereinzelten Macht in den Staatsorga⸗ nismen, dürfte jedoch von verbrecheriſchem Neid herrüh⸗ ren, von Mangel an chriſtlicher Demuth und von un⸗ glückſeliger Unkenntniß der wirklichen Bedürfniſſe eines
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