Teil eines Werkes 
17. bis 21. Bändchen (1852)
Entstehung
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Welt ſoviel zukommen zu laſſen, als unumgänglich noth⸗ wendig iſt, damit nicht ein äußerer, unabſtellbarer Druck die freie Entwicklung des chriſtlichen Lebens bei jedem, der ein wahrer Menſch werden will, unterdrücken oder verhindern kann.

Wo werden wir jetzt für den Staat das Verbin⸗ dungsglied finden zwiſchen den verſchiedenen Graden von Wahrheit und Gerechtigkeit in den Geſetzen, von Edel⸗ ſinn und Glück im Volksleben? Es iſt für uns von Wichtigkeit, eine richtige Antwort auf dieſe Frage zu finden, damit jeder in ſeiner Art ſeine bürgerlichen Be⸗ ſtrebungen darnach richten kann. 4

Der lauteſte Ruf unſerer Zeit ruft uns Alle auf die Bahn der politiſchen Reformen, oder wichtiger Formen, mit der Andeutung, daß auf dieſem Weg hauptſächlich die Erlöſung von allem Druck gefunden, und der Menſch⸗ heit eine allgemeine Wohlfahrt beſchieden werde. Kein denkender Menſch wird auch die große, auf die Lage der Menſchheit tief einwirkende Kraft läugnen, die von guten oder ſchlechten Staatsformen ausgeht, und tiefe Achtung, ſowie allgemeinen Dank ſchulden wir den Patrioten,

welche in einem richtigen Sinn für gute Staatsformen gearbeitet haben.

In unſerer Zeit ſcheint jedoch der Eifer für die Formen zu einer ſchädlichen Aeußerlichkeit geſteigert wor⸗ den, in Leidenſchaft ausgeartet zu ſein, und die Menſchen verwirrt zu haben.....

..... Jetzt ſcheint es jedoch hohe Zeit zu ſein, die allgemeine Aufmerkſamkeit darauf zu lenken, daß, wenn das Leben der Menſchen eine überwiegende, nach Außen gekehrte Richtung erhält, das innere, tiefere, gei⸗ ſtige Leben in Gefahr geräth, zu erkalten.

Die gewaltſamen, in ſo vielen Beziehungen wenig⸗ ſtens auf die Gegenwart, wie auch auf die nächſte Zu⸗ kunft verderblich einwirkenden Staatserſchütterungen, mit⸗ telſt welcher die Menſchen nur von außen eine Erloſung