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geſagt hatte, aber für den Augenblick war ſeine Erinne⸗ rung nur von einer einzigen Sache in Anſpruch ge⸗ nommen, und dieſe entfernte ihn weit von allen andern.
Zerſtreut ging er wieder im Zimmer auf und ab. Eine düſtere Wolke breitete ſich dabei über ſeine ſtolze Stirne.
„Lies weiter,“ bat er.
„Aber warum das, Herr Paul? Es beläſtigt Sie ja blos. Ihre eigenen Bekümmerniſſe ſcheinen Sie zu beſchäftigen.“
„Lies gleichwohl, ich bitte Dich darum.“
Brauner las:
„Was iſt es, das die ſo allgemeine Unruhe und Unzufriedenheit unſerer Zeit verſchuldet? Offenbar ein unabweisbares gemeinſchaftliches Bedürfniß der Menſch⸗ hei das ſeine natürliche Befriedigung ſucht, aber nicht indet.
Was bildet denn die Hauptſumme der menſchlichen Bedürfniſſe in dieſer Welt? Was anderes, als daß unter dem Schutz der Staatsgewalt und mit ihrer Hülfe alle zuſammen ſich zu wahren Menſchen, d. h. zu Chriſten entwickeln können, um als ſchon hier in der Welt durch das Chriſtenthum beglückte Jünger in die Schule des Reiches Chriſti aufgenommen, und nach dieſem Leben als geprüfte, würdig befundene Mitglieder der ſeligen Gemeinde im himmliſchen Reich Chriſti empfangen zu werden.
Mit Rückſicht auf dieſes große, unabweisbare Be⸗ dürfniß der Menſchheit kommt es jedem Staate zu, ſeiner Beſtimmung zu entſprechen, und zwei Hauptpflich⸗ ten zu erfüllen:
Erſtens jedem, ſelbſt dem geringſten Mitglied der Staatsgeſellſchaft, die zweckdienliche geiſtige Nahrung zu geben.
Zweitens jedem Mitglied der Staatsgeſellſchaft un⸗ bedingt auch von den äußeren materiellen Vortheilen der


