Teil eines Werkes 
12. bis 16. Bändchen (1852)
Entstehung
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Ihren glorwürdigen Schultern zu reißen. Sie werden in Ihrem Reich keinen aufrichtigeren Unterthanen haben, als ich bin. Das ſind wohl Deine vornehmſten Höflinge, mit denen Du Dich umgeben haſt?

Brauner ſchwieg. Er ſah, daß ſeine Sache verloren war, und daß jedes Wort, das er hier äußerte, mißver⸗ ſtanden und mißdeutet werden würde.

Wie ſtehts? ſagte der Polizeimeiſter zu den Uebri⸗ gen,ſeid ihr wirklich die Höflinge des Alten, ſeid ihr ſeine nächſten dienſtbaren Geiſter? Geſteht es nur, ſonſt weiß ich Mittel, euch die Zunge zu löſen, das dürft ihr glauben. Steht der Alte da an der Spitze aller Schelme in der Hauptſtadt? was antwortet ihr? Ja oder nein?

Ja, gnädiger Herr Landrichter, ja!

Er iſt alſo, ſagt ihr, der Fürſt der Diebe... der König.. oder wie ihr ihn nennen wollt.

Ja ja.

Brauner hatte bisher nicht gewagt, ſich gegen Paul und Fanny zu wenden. Aber als dieſe nun ihr Zeugniß ablegen ſollten, da heftete er ſeinen Blick auf ſie.

Paul erzählte, daß er von einem unbekannten Frauen⸗ zimmer... Charlotte... vor dem Alten gewarnt worden ſei und alſo Verdacht gegen ihn geſchöpft, daß er aber ſelbſt keinen Grund zu Bemerkungen gegen ihn gefunden habe.

Fanny erzählte alles, was ſie wußte, und ſie wußte eine ganze Menge Sachen, weil ſie den Alten lange be⸗ argwöhnt und eine Hinterliſt gegen Paul geahnt hatte.

Jedes Wort, das Paul und Fanny ſprachen, ſchnitt Brauner tief ins Herz.

Die Gefangenen trugen Handſchellen. Brauner hob die Hände empor und dankte Gott, daß er ſie wie zu einem Gebet falten konnte.

Was die übrigen Zeugen anführten, hörte er nicht.

Der Fuchs und ſeine Kameraden freuten ſich. Je größer Brauners Verbrechen ſchien, um ſo mehr verminderte