Teil eines Werkes 
12. bis 16. Bändchen (1852)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

311

Brauner hörte ſeine Worte und ſein Haupt ſank immer tiefer und tiefer.

Noch in der Entfernung hörte er, nachlachte.

Aber dies war nicht die ſchwerſte Prüfung, die er auszuſtehen hatte.

Als er in den Sitzungsſaal trat und vor den Po⸗ lizeimeiſter geführt wurde, bemerkte er unter den beru⸗ fenen Zeugen auch Paul Kellner und Fanny. Bei ihrem Anblick vermochte er ſich kaum aufrecht zu erhalten. Seine Füße ſchwankten unter ihm, und wäre nicht ein Polizeidiener herbeigeeilt, um ihn zu unterſtützen, ſo würde er unmächtig zuſammengeſunken ſein.

Beginnen endlich die Gewiſſensqualen Dich zu ſchlagen, Du eingefleiſchter Böſewicht? redete ihn der Inquirent an.Es iſt nicht zu früh. Du biſt im Ver⸗ derben und in Laſtern ergraut, aber wir wollen ſchon verſuchen, über Dich klar zu werden. Willſt Du heute bekennen?

Gnädiger Herr Polizeimeiſter, verſetzte Brauner, Sie nehmen den Schein als Wirklichkeit, die Verläum⸗ dung als Wahrheit. Laſſen Sie ſich nicht durch äußere Umſtände irre leiten. Unterſuchen, prüfen und urthei⸗ len Sie, ſo werden Sie mich gewiß unſchuldig finden.

Aha, mein Alter, Du willſt mich meinen Dienſt lehren. Ich werde ſchon mit Dir fertig werden, ich. Noch einmal, geſtehe jetzt nur.

Herr, Herr! klagte Brauner.

In ſeiner Stellung wußte er nicht ein einziges Wort zu ſeiner Vertheidigung anzuführen.

1Hier ſind ſchöne Sachen an den Tag gekommen, ſeit Du das letztemal hier warſt, fuhr der Inquirent fort.Du ſollſt, wie man mir ſagt, nicht mehr und nicht weniger als der Fürſt aller Diebe ſein. Ein ſchö⸗ nes Fürſtenthum fürwahr. Ich will verſuchen, Eurer

Majeſtät die Krone vom Kopfe und den Purpur von

wie man ihm