Teil eines Werkes 
12. bis 16. Bändchen (1852)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

308

ten da nicht blos warnende, ſondern auch drohende Worte. Was wollen Sie von mir?

Ich habe Sie gewarnt, ohne daß Sie ſich irgend eine Warnung zu Nutzen machten. Jetzt hilft es Ihnen nichts, Sie werden Ihrem Verderben entgegen gehen.

Noch einmal, ich will wiſſen, in welcher Abſicht Sie mich verfolgt haben.

Und ich antworte noch einmal, daß dies mein Ge⸗ heimniß iſt. Aber ich frage jetzt Sie auch, warum Sie hiehergekommen ſind, und warum Sie wünſchen, daß ich entfliehe?

Sie wollen es wiſſen?

Ja.

Kellner lächelte verächtlich.

Es liegt in meiner Natur, aufrichtig zu ſein. Sie haben mich durch Ihre Zudringlichkeit, durch Ihr ge⸗ ſpenſterartiges Auftreten im Dunkeln beleidigt und ich wünſchte mich von Ihnen zu befreien.

Ich ahnte das. Aber ich ahne noch mehr; wiſ⸗ ſentlich oder unwiſſentlich beſorgen Sie die Geſchäfte der Diebsbande. Man wünſcht, daß ich entfliehen ſoll, um dann deſto ſicherer anklagen zu können, aber ich fliehe nicht, Herr Kellner, Gott wird den Unſchuldigen retten.

Er wird Sie nicht retten; denn Sie haben etwas gegen ſich, womit man ſolche Geſchäfte da auf Erden nach Belieben leiten kann.

Und das iſt?

Mein Geld.

Nachdem Kellner entdeckt war, glaubte er die Vor⸗ ſicht, womit er zuerſt aufgetreten, nicht mehr beobachten zu müſſen, ſondern ſprach ganz unerſchrocken.

Und warum dieſe Feindſchaft? fragte Brauner. Wenn ich Ihnen nichts genützt habe, ſo habe ich Ihnen wenigſtens nie geſchadet.

Sie haben mich gekränkt und verletzt, ſo oft Sie ſich vor mir zeigten; aber Sie ſind ausgeblieben, als

2