Teil eines Werkes 
12. bis 16. Bändchen (1852)
Entstehung
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Kellners Stolz erwachte von Neuem. Ich beſorge nicht die Geſchäfte Anderer, ſondern nur meine eigenen. Ich wollte wiſſen, warum Sie...

Warum ich...

Kellner war noch nicht mit ſich im Reinen, ob er jetzt, nachdem er erkannt worden, aufrichtig ſprechen ſollte oder nicht.

Warum Sie, fuhr indeß Kellner fort,ſich in meine Handlungen eingemiſcht haben?

Warum? Das gehört zu meinem Geheimniß.

Sie ſagten, Sie wollten mich vor dem Beſuch in der Diebshöhle warnen? Der Beſuch geſchah in der Hoff⸗ nung, verlorene wichtige Papiere zurückzuerhalten.

Und Sie täuſchten ſich.

Laſſen Sie das ſein, das geht nur mich allein an. Sie wollten mich warnen, ſagten Sie, ſo weit ich mich zurückerinnern kann, haben Sie ſich immer warnend in meine Angelegenheiten eingemiſcht... obſchon ich jetzt erſt erfahren konnte, wer Sie ſind.

Dieſen Aufſchluß hatte er in ſeinem Geſpräch mit Gourville erhalten.

Beim Eingang in die Diebshöhle leuchteten Sie mir ins Geſicht.

Nun, Herr Kellner, rief Ihr Herz Ihnen nicht ein einziges Wort zu, als Sie auf der Schwelle des Ver⸗ brechens einen alten grauhaarigen Mann ſahen, der Ihnen mit Vorwürfen entgegentrat?

Ha, alter Heuchler, haben Sie etwa Luſt, die Rolle meines Gewiſſens zu ſpielen? Als ich mich verheirathete, traf ich Sie in einer Gaſſe, und Sie warnten mich; als ich eine gewiſſe Verbindlichkeit gegen Mamſell Michelſen einging, traf ich Sie am Thorgang... Sie warnten mich; bei einer andern Gelegenheit, als ich ein Mädchen

Namens Fanny umarmte, überraſchten Sie mich und riſſen mir das Mädchen aus meinem Arm. Sie gebrauch⸗