Teil eines Werkes 
12. bis 16. Bändchen (1852)
Entstehung
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beſtändig maskirt, werden ihn

grund hinabreißen. Die ſeine Seite

Leichtſinn, womit er ſich früher oder ſpäter in den Ab Hölle hat auch tückiſcherweiſe einen Boten an geſtellt, der ſeinen Fall beſchleunigen wird. Mögen Sie mir glauben, ich intereſſire mich für dieſen Mann, und er war es, dem ich nicht den Weg nach der Diebeshöhle zeigen, ſondern beweiſen wollte, welchen Weg er wandelte, als er ſich dahin begab; ich wollte ihm den Weg voll Schmutz zeigen, auf dem er einherſchritt, wollte ihm zei⸗ gen, daß es Jemand gab, der wußte, wohin ſein Weg führte. Ich hoffte, er würde ſich Einhalt thun, er würde erſchrecken, ſo lange es noch Zeit zur Rückkehr wäre. Beim Eingang in die Diebshöhle leuchtete ich ihm mit meiner Laterne ins Geſicht. Ich wollte ſehen, wie er auf der Schwelle des Verderbens ausſah... er war

bleich wie eine Leiche, aber er trat ein. Der Unbekannte hörte Brauner voll Verwunderung an.

Und wer iſt denn dieſer Mann? fragte er in der Abſicht, den Greis auszuforſchen;aber Sie dürften ſeinen Namen vielleicht nicht ſagen wollen.

Ich begehe keinen Verrath, wenn ich Ihnen ſage, wer der Mann war.

Nicht?

Nein.

So laſſen Sie mich's wiſſen.

Sie waren es ſelbſt, mein Herr.

Der Unbekannte zog ſich zurück. Er fühlte ſich ge⸗ ſchlagen, er war ertappt.

Und wer bin ich? ſtammelte er.

Sie ſind der Großhändler Franz Kellner. Ich habe Sie an Ihrer Stimme erkannt. Aber Ihr Beſuch hier kommt mir unerklärlich vor... inſofern Sie nicht die Geſchäfte eines Andern beſorgen.

Der Unbekannte war Kellner; es verdroß ihn, ſich entdeckt zu ſehen. Uuter dem Schutze der Dunkelheit hatte er gehofft, daß dies nicht der Fall ſein würde.

Das Gewiſſen. IV. 20