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Brauner unterbrach ſich hier, von einer tiefen innern Bewegung erſchüttert.
Der Unbekannte hatte ihn mit ſo angeſtrengter Auf⸗ merkſamkeit angehört, als fürchte er, auch nur ein ein⸗ ziges Wort könnte ihm verloren gehen.
„Ihre Worte klingen wunderlich,“ ſagte er darauf, „und ich finde, daß man mit Recht behauptet, Sie ſeien ein Räthſel. Inzwiſchen ſind ſchwere Auklagen gegen Sie vorhanden und man kann nicht wohl glauben, daß Sie unſchuldig ſeien, obſchon Sie es behaupten. Was hat Sie z. B. veranlaſſen können, mehrere Jahre hindurch nur mit Verbrechern als Kamerad und Freund zuſammen
zu leben?“. „Ich könnte Ihnen antworten, Herr, aber Sie dürften
mich nicht verſtehen.“
Brauner wußte nicht, wen er vor ſich hatte. Es war ihm auch ganz gleich. Er lebte nur für eine Sache, worüber zu ſprechen keine Macht ihn veranlaſſen konnte, über alles andere dagegen konnte er offen reden, mit wem er nur wollte.
„Haben Sie nichts wegen ſchlechter Handlungen zu fürchten, ſo ſprechen Sie, ich verſtehe Sie ſchon.“
„Warum ich,“ wiederholte Brauner,„unter Ver⸗ brechern, unter Dieben gelebt habe?“
„Ich fragte Sie nur das.“
„„Ich habe es aus Verzweiflung, aus Elend gethan, weil ich keine andere Wahl hatte; aber wiſſen Sie wohl was Verzweiflung iſt? Einmal bin auch ich in glück⸗ lichen Umſtänden geweſen, in ſehr glücklichen; aber un⸗ vermuthet wurde ich in das tiefſte Elend geſtürzt... ich konnte nicht tiefer ſinken. Als ich Stockholm ver⸗ ließ, nahm ich meine Zuflucht auf eine Scheere, wo ich auf einem entlegenen Inſelchen mir eine Wohnſtätte ſuchte bei armen, aber braven Leuten. Ich lernte Netze knüpfen, rudern, ſiſchen und brachte mich fort, ſo gut ich konnte. Der Beſitzer der Hütte begab ſich eines Tags nebſt ſeiner


