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Der Greis ſchärfte auch ſeine alten Augen ſo ſehr wie möglich, um in der Dunkelheit das Geſicht des Sprechers fixriren zu können; aber er ſah blos einen Schatten und er vermochte nicht einen einzigen Zug zu erkennen.
„Sie machen mir den Vorſchlag zu entfliehen,“ be⸗ merkte Brauner.„Ich habe ſchon einmal ſeit meiner Ver⸗
haftung es zu thun verweigert, und ich weigere mich jetzt wieder.“
„Wie ſo?“
„Ich will nicht von meinen Jahren ſprechen davon, daß ich am Rande des Grabes ſtehe, bereit, Stunde vor einen höheren Richter zu treten. Ich Ihnen vielmehr ſagen, daß ein einziges. finſteres entſetzliches Geheimniß durch mein Leben läuft, und daß ich, in der Hoffnung, es einmal erklärt zu ſehen, genöthigt bin, mich unter die Umſtände zu beugen, ſelbſt wenn ich dabei untergehen ſollte. Mein Leben gehört nicht mir ſelbſt, es gehört Perſonen, die mir weit theurer ſind.
und jede will und
Ach Herr, meine Lage iſt ſchrecklich. Ich befinde mich
mitten in einem Gewebe von gräßlichen Beargwöhnungen und Angaben, und ich muß ſchweigen. Mein Gott, ver⸗ leihe mir das Recht, einmal ſprechen zu dürfen, ohne dadurch diejenigen zu entehren, die ich liebe. Sie ver⸗ ſtehen mich nicht, ich bin ein Verbrecher und dennoch un⸗ ſchuldig; ich bin ein todter Mann und dennoch lebendig; ich bin einſam, ganz einſam und doch nicht allein; ich bin unthätig, aber viele wirken um mich her und für mich; ich bin frei und gleichwohl auf allen Seiten ge⸗ bunden. Ich für meinen Theil kann nur die Hand der Vorſehung meine Bahn leiten laſſen und mich damit be⸗ gnügen, wohin ſie führt. Sprechen Sie nicht vom Ent⸗ fliehen. Wenn ich es auch wollte, ſo könnte ich nicht. Ich lebe für die Erfüllung meiner heiligen Verpflichtung ... aber warum davon ſprechen?... ich... ich...
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