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„Ich bin Schmiedlehrling.“
„Und wer biſt denn Du 2“.
„Nur ein alter Mann, Herr Landrichter.“
„Das ſehe ich; aber wo haſt Du Schutz und womit ernährſt Du Dich?“
„Ich bin Portier Königinſtraße.“
„Beim Eigenthümer des Hauſes, wo der Diebſtahl verübt wurde?“
„Ja, Herr Landrichter.“
Der kühne Diebſtahlsverſuch hatte in der Hauptſtadt ein ungeheures Auſſehen erregt und der Sitzungsſaal war voll von Neugierigen, die von allen Seiten herbei⸗ geſtrömt kamen. Es war auch einer der frechſten Ein⸗ brüche, die ſeit langer Zeit ſtattgefunden hatten. Die Zuſchauer ſuchten aus den Mienen der Angeklagten ihr Verbrechen zu leſen, und jeder glaubte große Geſchicklich⸗ keit in Entzifferung dieſer Schrift zu beſitzen. Brauner läugnete die Anklage, und dieß war bereits ein Verdacht gegen ihn. Sein ernſtes und ehrliches Ausſehen wurde für Heuchelei ausgelegt, die grauen Haare machten ihn jetzt nur zu einem alten Spitzbuben. Der Fuchs und die übrigen dagegen geſtanden ihr Verbrechen ſogleich ein, denn ſie hielten es für nutzlos, zu läugnen, da ſie auf friſcher That ertappt worden waren, und das Publi⸗ kum erblickte darin eine ſchöne Aufrichtigkeit, die ihnen immerhin zur Chre gereichen müſſe. So nahm die Un⸗ terſuchung ihren Verlauf, aber da einige Zeugen noch nicht berufen waren, ſo wurde die Entſcheidung etliche Tage hinausgeſchoben.
Wir übergehen hier die Unterſuchung, die wegen des Fluchtverſuchs angeſtellt wurde, weil ſie keinen Ein⸗ fluß auf dieſe Erzählung hat; genug, der Fuchs erklärte, keiner von ſeinen Kameraden habe die älteren Gefangenen gekannt, ſondern man habe blos die ſich darbietende Ge⸗ legenheit benützt, und damit ließ man die Sache fallen.
bei Herrn Paul Kellner in der


